Die Befestigung einer Scheibenbremsaufnahme an geschwungenen Gabelscheiden scheint aus Stabilitätsgründen ein riskantes und/oder komplexes Spiel zu sein. Nur wenige Rahmenbauer wagen sich daran, vielleicht auch aus gutem Grund. Über sachkundige Hinweise von hier anwesenden Rahmenbauern würde ich mich freuen.
Jeremy Shlachter aka Gallus Cycles und Alex Wetmore haben es dennoch getan – mit optisch durchaus ansprechendem Ergebnis, wenn ich natürlich auch nichts zur Belastungsfähigkeit sagen kann.
Gallus
Wetmore
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Manchmal reibt man sich schon verblüfft die Augen, wenn man den Hype um gewisse technische Entwicklungen sieht.
Eine aktuelle Sau, die beispielsweise als Innovation durchs MTB-Dorf getrieben wird, sind Laufräder in 650B – ganz abgesehen davon, dass schon Randonneure in den 40er Jahren diese Laufradgröße hatten bzw. die ersten Clunker-MTBs in den 80ern.
Möglicherweise bietet 650B tatsächlich Vorteile gegenüber 26 Zöllern und 29ern und mit Sicherheit gibt es Menschen, die mit diesen Vorteilen tatsächlich etwas anfangen können. Und irgendwie ist Vielfalt ja eine schöne Sache. Aber nachdem etwa die 29er Welle gerade erst nach Europa geschwappt ist und auch kleinere Hersteller neue 29er Modelle auf den Markt gebracht haben, muss man sich schon fragen, ob das alles jetzt hinfällig wird oder wirklich eine wichtige Ergänzung darstellt. Und man muss sich fragen, wie viele so genannte “Standards” die Branche wirklich braucht.
Aber was soll’s. Ich habe mich ein wenig umgesehen und entdeckt, dass Serien-MTBs in Stahl mit 650B noch ziemlich rar gesät sind. Einige Rahmenbauer sind schon auf den Zug aufgesprungen, aber an stählernen Produktionsrädern habe ich auf die Schnelle nur eins gefunden. Aber das dürfte sich, wie bei jedem marketing-getriebenem Thema, mit Sicherheit ziemlich schnell ändern.
Hier also das Soma B-Side Hardtail mit Tange Prestige Hauptrahmen, Slider-Ausfallenden, S-Bend-Hinterbau und einem eher unattraktiven Gusset am Steuer-/Unterrohr. Das B-Side eignet sich für 80-100mm Federgabeln, kann aber auch mit Starrgabel gefahren werden. Den Rahmen bekommt man für 480 Dollar (= 365 Euro), für die Starrgabel werden 120 Dollar (= 90 Euro) fällig.
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Rahmenbauer Robin Mather aus Bristol/UK hat eine Idee und möchte ein Zeichen in Richtung “das Fahrrad als Ganzjahres-Alltags-Transportmittel” setzen. Deshalb gewährt er jedem Käufer, der ein Bike mit Gepäckträger und Schutzblechen bei ihm bestellt, einen Rabatt von 50 Pfund (= 60 Euro).
Das klingt nicht dramatisch, und manch einer mag ihm unterstellen, den zusätzlichen Umsatz für einen handgefertigten Gepäckträger gerne mitzunehmen. Aber manchmal sind es eben die kleinen Gesten, die zählen. Und die andere motivieren, bei einer wirklich guten Sache mitzumachen. Genau das würde ich ihm jetzt unterstellen wollen.
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Die Welt ist ein Dorf. Vor diesem Hintergrund gewinnt der fromme Wunsch “Support your local framebuilder” eine ganz neue Bedeutung. Denn “local” ist dann ja jeder.
So erklärt sich auch, warum deutsche Massrahmen-Kunden auch immense Versandkosten in Kauf nehmen, um sich ihr Traumrad von ausländischen Rahmenbauern bauen zu lassen. Das soll keine Kritik sein: wenn man hierzulande das nicht findet, was man sucht bzw. einfach etwas Exotischeres fahren möchte, kann man sich natürlich auch im Ausland tummeln.Auch deutsche Rahmenbauer liefern natürlich schon ins Ausland. Und das ist gut so.
Wenn ich Sammler wäre und das entsprechende Kleingeld hätte, würden mir spontan auch ein paar Rahmenbauer einfallen, die ich gern in meiner Sammlung sehen würde. Nicht, um eine bestimmte, imageträchtige Marke zu “haben”, sondern weil sie einen besonderen Stil prägen, der mir einfach gefällt.
Bei den folgenden drei klangvollen Rahmenbauern, die gerade vor kurzem erst edle Massrahmen (natürlich aus Stahl) nach Deutschland geliefert haben, kann man den Kundenwunsch durchaus verstehen.
Ein feiner A.N.T. Tourer mit integriertem Front- und Heck-Gepäckträger, der demnächst in Berlin zu sehen sein wird.
Eine Vanilla Speedvagen Rakete, die irgendwo in Deutschland unterwegs sein dürfte.
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Die EHBE 2012 in Schwäbisch Gmünd ist auch schon wieder Geschichte. Wieder gab es eine große Bandbreite an kreativen Rahmenkonstruktionen der Handmade-Szene zu sehen, wenn auch in deutlich kleinerem Ausmaß als noch 2010.
Das Negative gleich vorweg: die äußerst wenigen Besucher (zumindest am Samstag) haben mich doch ziemlich betroffen gemacht. Woran das lag, kann ich nur mutmaßen – was ich allerdings ungern tun möchte. Fakt ist, dass weder Veranstalter noch Aussteller mit diesem spärlichen Besuch zufrieden sein können. Gleichzeitig ist klar, dass die europäische Handmade-Szene eine Plattform braucht, um sich zu präsentieren.
Es bringt nichts, Vergleiche mit der US-amerikanischen NAHBS zu ziehen: “Handmade” genießt hierzulande weder bei der Presse, noch bei potenziellen Käufern den Stellenwert wie in den USA. Aber der Erfolg von Bespoked Bristol zeigt, dass auch kleine, regionale Messen erfolgreich sein können. Wäre es nicht fantastisch, eine echte EUROPEAN Handmade Bicycle Expo auf die Beine zu stellen, die für alle europäischen Rahmenbauer lohnend ist – gerade auch für die wachsende Handmade-Szene in UK? Aber ich fürchte, dass wir davon noch weit entfernt sind.
Genug gejammert – jetzt zum Positiven.
Wie Ihr sicher verstehen werdet, war der erste Live-Anblick meines Randonneur-Rahmens von Ulrich Vogel der private Höhepunkt. Dieses prachtvolle Kunstwerk mit Columbus Max Hauptrahmen, Bilaminate-Verarbeitung und Doppelplatten-Gabelkopf plus entsprechendem Hinterbau raubte mir erstmal den Atem. Nach dem Komplettaufbau mit Rohloff Speedhub und Scheibenbremsen wird es ab den Osterfeiertagen die Mittelgebirgswelt zwischen Schwarzwald und Schwäbischer Alb durchkämmen. Mehr Fotos gibt es nach dem Aufbau.
Ansonsten stand wie immer das Gespräch mit bekannten und noch unbekannten Rahmenbauern im Mittelpunkt. Die Selberbruzzler-Truppe war dabei genauso spannend wie Horst Krämer aka Zircone persönlich zu treffen oder ein paar Worte mit Newcomern wie Mike Stöckel und Patrick Laible von TotemBikes zu wechseln.
Kurz gesagt: der Besuch hat sich für mich gelohnt. Aber ich hätte mir gewünscht, er wäre für viele andere genauso attraktiv gewesen – Aussteller und Besucher.
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Shand ist eine Bike-Marke aus Schottland, die ich bis zur diesjährigen Bespoked Bristol auch noch nicht kannte. Sie bieten bereits seit 2003 Stahlrahmen-Bikes nach Maß und sind nun auf die Idee gekommen, drei Produktionsmodelle (aus eigenem Haus!) für Straße, Cyclocross und alles zusammen auf die Laufräder zu stellen. Insbesondere letzteres ist (wie Ihr Euch vorstellen könnt) ganz nach dem Geschmack des Stahlrahmen-Bloggers.
Das Shand “The Stoater” Allroad wird im Fillet Brazed Verfahren komplett aus Reynolds 853 gefertigt und kommt in 5 Größen und 4 Farben. Clou des Generalisten für Straße, sanftes Gelände und flottes Touring sind die universellen Ausfallenden, durch die sich das Allroad als Singlespeeder sowie mit Ketten- und Nabenschaltung nutzen lässt. Scheibenbremsen sind genauso Serie wie Anlötteile für einen Heck-Gepäckträger und Schutzbleche – eben Allroad.
Das Rahmen-/Gabelset ist ab sofort für stattliche 1.295 Pfund (= 1.550 Euro) zu haben, was es beinahe schon in Maßrahmenregionen versetzt und mir ein paar Fragezeichen in die Stirnfalten stanzt. Aber einen Versuch scheint es wert zu sein.
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Auch die britische Rahmenbauerszene wächst und wächst und so legte die Ausstellerzahl gegenüber 2011 noch einmal kräftig zu. Es kursieren Millionen von Fotos aus unterschiedlichen Quellen auf diversen Websites, u.a. dieses Bilaminate-Schätzchen von einem meiner UK-Favourites Ricky Feather.
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Herkömmliche Tandems haben einen entscheidenden Nachteil: die enorme Länge von teilweise 2,50 m, die den Transport nicht immer zum Vergnügen macht. Darüber hinaus sorgt der entsprechend lange Radstand zwar für große Stabilität, gleichzeitig aber auch für weniger Spaß bei sehr engen Kurven und U-Turns.
Das muss doch besser gehen, sagte sich Dipl.-Ing. Peter Frieden und entwarf das Compact-Tandem. Wie der Name schon sagt, zeichnet es sich durch einen kurzen Radstand von nur 1,53m aus, was 20-30 cm kürzer ist als der anderer Tandems. Und auch die Gesamtlänge schrumpft um ein entsprechendes Maß auf ca. 2,20m.
Erreicht wird dies durch eine Rahmengeometrie mit kürzeren Rohrlängen, die (bei entsprechender Komponentenwahl) laut Hersteller trotzdem Fahrer bis zu 2m verträgt. So kommt es, dass der doppelt konifizierte Stahlrahmen (ohne Gabel) nur rund 4 kg wiegt und das Komplett-Tandem (je nach Ausstattung) auf nur 18,7 kg kommt.
Das Compact-Tandem wird in einer “Sportversion” (u.a. ohne Gepäckträger und Schutzbleche) und einer “Tourenversion” jeweils mit Suntour-Federgabel, mechanischen Avid BB7 MTB Scheibenbremsen und Deore bzw. Deore XT Ausstattung angeboten. Die Preise fürs Komplett-Tandem liegen jeweils bei rund 4.000 Euro.
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Wer behauptet, dass sich gemuffte Stahlrahmen-Konstruktionen nur für Retrobikes eignen und eben irgendwie von gestern sind, wird bei Black Cat eines besseren belehrt.
Das beeindruckende Rennrad, dass auch auf der diesjährigen NAHBS gezeigt wurde (und jetzt käuflich zu erwerben ist!!!), belegt beispielhaft, wie es gehen kann: mit individuell gestalteten Muffen, die auch ein abfallendes Oberrohr zulassen plus S-Bend-Sitzstreben plus integrierter Sattelstütze. Dazu eine in Rahmenfarbe lackierte Carbongabel, die sich harmonisch ins Rahmendesign fügt. Und das Ganze mit einer Mischung aus extraleichtem True Temper S3 plus Columbus Zona.
Einfach klasse!
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Salamandre aus dem Gebiet der Ardèche in Frankreich kannte ich bis vor wenigen Tagen auch noch nicht. Hier wird vieles von dem gebaut, was der klassische Rahmenbauer nicht im Angebot hat: vom Cargobike über Anhänger bis zu Kinder-Tandems und Fatbikes.
Die Stahlrahmen-Preisliste ist kurz und schmerzlos … sprich: günstig.
Salamandre Fatbike
Salamandre Tandem
Salamadre Kinder-Tandem
Salamandre Kinderrad mit Mixte-Rahmen
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