Keine Frage, es gab bestimmt deutlich mehr Mountainbikes aus Stahl auf der diesjährigen Eurobike, als die gleich folgenden. Leider hatte ich (Alex) dieses Jahr geschäftlich ziemlich viele Termine auf der Messe, sodass ich selbst nicht so viel Ausschau nach feinem Gerät aus Stahl, insbesondere Offroad-Gefährten, halten konnte. Roman hat zwar eine tolle Kamera und ein Auge für das Detail, ist aber geständig, dass das Thema MTB noch ein wenig Neuland für ihn ist. Insofern fällt unsere Auswahl ein wenig kleiner aus, als vielleicht gewünscht, aber nun genug der Worte.

Tommasini

Es hat zwar nur ein Bild auf die Speicherkarte von Roman geschafft, aber interessanterweise habe ich Tommasini immer ganz klar bei Rennrad abgespeichert. Ein kurze Recherche auf deren Homepage, belehrte mich aber eines Besseren, wenn auch die Lackierung mit rennradtypischen Banderolen ganz klar auf die Herkunft verweist.

Die MTBs werden unter dem Produktnamen SYNCRO-PRO verkauft und hier findet ihr weitere Optionen.

MARIN Bikes

Schon letztes Jahr fiel mir auf, dass MARIN Bikes sich wieder sehr stark auf seine Wurzeln besinnt und wieder einige Stahlräder im Portfolio hatte, aber dieses Jahr sind die Jungs und Mädels aus Marin County schon fast leicht abgehoben!

Vielleicht sollte ich auch einfach schreiben, dass es mit Stahl bei MARIN ab sofort auch leicht(er) bergauf geht, weil am Tretlager nun ein Shimano STePS 8000 seinen Dienst verichtet.

Spannend fanden wir den Aufbau des 29er+ Pine Mountain E mit passender Rahmentasche von Apidura, die sogar über eine perfekt passende integrierte Trinkblase verfügte, sowie einem Lenker mit starkem Rise und zusätzlicher Strebe, die stark an die guten alten Klunker-Zeiten erinnert.

Wenn ich genau darüber nachdenke, fällt mir adhoc kein anderer Stahlhersteller ein, der ein MTB mit Mittelmotor anbietet, bin aber offen für Korrektur.

Lieber ohne Motor unterwegs? Dann ist das “normale” Pine Mountain mit 650b+ Laufrädern sicherlich auch eine gute Alternative!

Auch wenn ich mich mit der Verarbeitung der Rahmen nicht so ganz glücklich bin, finde ich die Grafiken und die Details am Rahmen doch wirklich sehr ansprechend und würde das Pine Mountain E gerne mal ausprobieren.

POLE

Die Finnen haben sich ja bekannterweise mittlerweile stark auf gefräste Rahmen aus Aluminium eingeschossen, bleiben aber aus Überzeugung der dunklen Seite der Macht fern.

Trotzdem haben die progressiven Finnen auch noch ein echtes Hardtail aus Stahl im Portfolio und auf dem Stand von Trickstuff zu sehen war.

Das TAIVAL markiert wohl grade den aktuellen Stand der Technik, wenn es um die Geometrie geht. Flacher Lenkwinkel, steiler Sitzwinkel, 29er Laufräder und vergleichsweise lange Kettenstreben, die übrigens mit steigender Rahmengröße mitwachsen.

KING

Über den Hintergrund von KING hat Roman im vorigen Artikel bereits berichtet, aber die leckeren Fotos des folgenden Hardtails sind auf jeden Fall sehenswert!

Die EUROBIKE 2019 ist vorbei und in der kommenden Woche präsentieren wir Euch eine Auswahl der stählernen Zwei- und Mehrräder, die wir auf der Messe entdeckt haben. Den Anfang (nach dem kleinen Video gestern) machen wir mit Rennrädern und Gravel-Bikes auf der diesjährigen EUROBIKE in Friedrichshafen am Bodensee.

EDDY MERCKX

Eddy Merckx ist zurück in Stahl. Das ist fast jedem Stahlenthusiasten spätestens seit der Tour de France dieses Jahr bekannt, in der Oliver Naesen die finale Etappe auf seinem stählernen MyCorsa bestritt. Eddy Merckx gehört zu Ridley und die neue Serie umfasst neben Rennrädern auch Gravel-Bikes (Hageland). Geschweißt werden die Modelle von Johan Vranckx.

King Bicycles

King Bicycles ist wahrscheinlich einer der wenigen Custom-Rahmenbauschmieden, die auf der EUROBIKE ausgestellt haben. Neben Stahl hat King auch Aluminium, Carbon und Titan im Angebot. Lediglich die Stahl- und Alu-Rahmen werden allerdings selbst gefertigt. Der Gründer Mark hat schon einiges in seinem Leben ausprobiert, studierte Maschinenbau, lernte Schmuckschmied, sattelte nochmal auf Medizin und arbeitet jetzt als Augenarzt und eben als Rahmenbauer. Wie sollte es anders sein werden ausschließlich Komponenten von (Chris) King an den King-Rädern verbaut.

Pelago

Bei Pelago gab es insbesondere zwei Bikes zu bewundern. Da Pelago dieses Jahr 10 Jahre alt geworden ist, hat man sich ein ganz spezielles Konzeptbike gegönnt: aus Edelstahl geschweißt, mit allem drum herum, was heutzutage zu einem modernen Gravelrad gehört. Das Konzept soll in das neue Stavanger-Modell, welches allerdings erst 2021 auf den Markt kommt fließen (allerdings nicht in Edelstahl). Das Stavanger in mintgrün stellt die Kooperation von Pelago mit Restrap aus. Die beiden Firmen haben passende Racks und Taschen rausgebracht. Auf jeden Fall ein sehr stimmiges Design.

STANDERT

Am Abend auf der Standparty von Shimano bin ich den Jungs von Standert über den Weg gelaufen, die ihr neues Modell Triebwerk Disc in zwei Farben am Start hatten. Die Räder wussten durchaus zu gefallen, das Schwarze eher ein dezentes Understatement, das Special hauptsächlich in Gold und Weiß eher etwas zum Auffallen.

Rondo

Die Gravel-Spezialisten von Rondo setzen ihre Portfolioerweiterung fort und präsentieren nach dem Bogan, Rutt und Hvrt nun das Mutt ST. Das Mutt ST verfügt über extra viel Reifenfreiheit und ist speziell für 650B ausgelegt. Die Farbe finde ich einfach wunderschön. Die Gabel erschien allerdings etwas überdimensioniert.

Salsa

Das Salsa Fargo ist ein perfektes Beispiel, wie verschwommen mittlerweile die Grenzen zwischen Hardtail-MTBs mit Starrgabel und Gravel- bzw. Adventure-Bikes sind. Der Lenker ist relativ breit mit viel Flair (Ausbiegung der Unterlenker), Reifenfreiheit gibt es reichlich und das Sloping ist auch recht extrem. Insbesondere die grafischen Details auf dem Lack gefallen mir sehr gut.

Surly

Surly betreibt in erster Linie Modellpflege und stellt bekannte Modelle in neuen Farben vor, die durchaus zu überzeugen wissen.

Rotor

Über Instagram wurden wir angeschrieben, ob wir Interesse hätten den ersten Prototypen von Rotor aus eigener Produktion zu sehen. Deshalb haben wir uns spontan verabredet und getroffen. Rotor hat bisher die Bikes lediglich selbst entwickelt und entworfen und bei verschiedenen Zulieferern fertigen lassen. Nun hat man sich dazu entschlossen, das Ganze selbst in die Hand zu nehmen und eine eigene Rahmenfertigung aufzubauen. Herausgekommen ist bisher dieser Prototyp für ein Disc-Rennrad aus Columbus Zona und handgeschweißt in Sachsen. Details wie das Steuerrohrschild und die Brücken mit den Logos von Rotor sind sehr gut gelungen (die Pulverbeschichtung wirkt auf den grazilen Teilen nur etwas fett). Warum im Jahr 2019 an einem Rennrad allerdings eine IS2000-Bremsaufnahme dran ist, weiß allein der Erbauer. Ausgestattet wurde das Rad mit Komponenten von MCFK, Partnern von Rotor aus Leipzig.

Niner

Mein persönlicher Gravel-Favorit (zumindest auf der Messe) ist das RLT 9 Steel von NinerEs ist auf Reynolds 853-Rohrsatz hergestellt und wird mit einer Vollcarbongabel mit interner Kabelführung für die Bremsleitung und das Dynamokabel geliefert. Die Rahmen verfügen über 26 Ösen, an denen alles mögliche befestigt werden kann (Flaschenhalter, Taschen, Schutzblech, Gepäckträger und Lichter). Die Reifenfreiheit wurde durch eine spezielle Yoke nochmals erweitert und wird jetzt mit 700x50c bzw. 650bx2.0 angegeben. Das massive Steuerrohr erzeugt durch die integrierten Lager einen cleanen Look. Weniger clean ist die äußere Kabelverlegung, die bei einem Adventure-Bike allerdings komplett Sinn (in meinen Augen) ergibt. Auch wenn es auf den Bildern nicht so gut rüberkommt, aber die graue Farbe mit dem Blau und dem goldenen Kontrast ist einfach wunderschön. Das einzige, was ich nicht verstehe, ist dass nach wie vor Pressfit als Tretlagerstandard verbaut wurde. Dafür gibt es doch mittlerweile T47. ;-)

Weitere Impressionen

Nächste Woche kommt ein ausführlicherer Artikel zu Stahl-Gravel-Bikes. Ihr dürft gespannt sein!

Last Minute an diesem Montag und der erste Post seit langem!

Hauptsächlich, weil wir Backend-Probleme hatten, die sich dadurch geäußert haben, dass wir nicht mehr auf den Blog zugreifen konnten.

Das heutige Video ist der Auftakt über die Berichterstattung der diesjährigen Eurobike, mit einem neuen interessanten Modell von Brompton:

Auch wenn heute nicht Montag ist: Dieses Video wollten wir Euch nicht bis dahin vorenthalten!

Die britische Fahrradmarke Genesis hat letzte Woche sein neues Produktportfolio für 2020 veröffentlicht. Der Fokus liegt wie für Genesis typisch auf sogenannten Adventure Bikes (Gravel, Cross, Touring und Bikepacking). Das erklärte Ziel von Genesis ist es für jedes Abenteuer das passende Rad im Sortiment zu haben. Im Folgenden stellen wir Euch die Neuerungen bei den Stahlrahmen-Modellen vor.

Croix de Fer

Das Croix de Fer ist das do-it-all Bike von Genesis. Die Rahmen der Kompletträder werden aus Reynolds’ wärmebehandelten 725 Rohrsatz WIG-geschweißt. Die Rahmensets sind darüber hinaus aus Reynolds’ 853 und Titan verfügbar. Neben neuen Farboptionen wurden dem Rahmen und der Gabel 12mm-Steckachsen sowie Flat-Mount-Scheibenbremsaufnahmen spendiert und eine neue Carbon-Gabel, die auch einzeln erhältlich ist, auf den Markt gebracht.

 

Fugio

Das Fugio verfügt im Gegensatz zum Croix de Fer über eine größere Reifenfreiheit und kommt ausschließlich mit Voll-Carbongabel. Um die größere Reifenfreiheit zu ermöglichen ist die rechte Kettenstrebe beim Fugio leicht abgesenkt. Beim Fugio wird nun ebenfalls der 725 Rohrsatz von Reynolds verwendet. Neben 700c ist das Fugio auch für 650b Laufräder geeignet.

Volare

Das Volare ist ein durch und durch zeitgemäßes Stahlrennrad mit Voll-Carbongabel, verfügbar als Scheiben- und als Felgenbremsvariante und mit modernen Features wie interner Di2-Verkabelung und Flat-Mount-Scheibenbremsaufnahmen bei der Disc-Variante. Die Rahmensets sind aus Reynolds’ 853 und dem Top-End-Edelstahl-Rohrsatz 931 verfügbar.

    

Weitere Modelle, die ein Update erfahren haben sind Equilibrium, Tarn, Vagabond und Tour de Fer. Mehr Infos findet Ihr hier und die neuen Bikes und Rahmensets hier.