Nach dem Ergo-Check-Desaster, bei dem sich die scheinbar komplette Fehlstellung meines Radlerkörpers ergab, fasste ich spontan den Entschluss, doch noch in den „Rahmen fürs Leben“ in Form eines stählernen Maßrahmens zu investieren.
Nur kurz, weil andere hier mehr zu berichten haben: Daniele Marnati baut in Mailand handgefertigte, gemuffte Stahlrahmen in klassisch-italienischem Stil.
Es gibt inzwischen jede Menge von Rahmenbauer-Videos, die grob beschreiben, wie ein Maßrahmen aus Stahl gefertigt wird. Leider fallen dabei zugunsten der visuell besonders eindrucksvollen Taten die kleinen Zwischentöne, sprich: Produktionsschritte, unter den Tisch.
Dass sich Angestellte eines Unternehmens selbständig machen, um ihre bisherige Tätigkeit unter eigener Regie und mit eigenen Vorstellungen weiterzuführen, geschieht jeden Tag – auch in der Fahrradbranche.
Stahl-Maßrahmenbauer Curtis Inglis aus Napa/California führt ein offenes Doppelleben. Im einen baut er Rennrad-, MTB-, 29er-, Cross-, Singlespeed- und Tandemrahmen mit herkömmlichen gerade Rohren aus Reynolds, Columbus und 4130 CroMo Rohrsätzen bzw. Kombinationen aus diesen. So weit, so gut.
Wer für seinen Liebsten/seine Liebste noch kein Geschenk zum Valentinstag hat, sollte sich sputen: am 14. Februar ist es soweit. Capricorn Bicycles aka Bradley Wilson hat da so eine Idee: aus zwei frisch erworbenen Rohrsätzen aus dem guten alten Columbus SL (kein NOS-Rohrsatz, sondern neue Teile) formt er ein Sondermodell seines Con Brio Rennrad-Stahlrahmens (Con Brio = Mit Schwung), das sich prima als Geschenk für Sie und Ihn eignet.
Auch wenn mir eher der Sinn nach modernen Interpretationen von Stahlrahmen steht und ich meine italienische Phase vor ca. 20 Jahren abgeschlossen habe, muss dieser kleine aktuelle Seitenhieb erlaubt sein.
Man muss neidlos anerkennen: wenn Rapha etwas rund ums Fahrrad und den Radsport anpackt, kommt in der Regel etwas Zeitloses am finalen Ende der Qualitäts- und Styleskala heraus, ohne irgendeinem aktuellen Trend zu folgen. Jetzt haben sich die Freunde von der Insel etwas einfallen lassen, was irgendwie passend und logisch erscheint: die Rapha Bicycle Collection.
Bereits im Mai habe ich auf dem Stahlrahmen-Blog über Lutz und Guido von fratelli cycle in Holzgerlingen geschrieben. Damals wie heute faszinierte mich der Mut zweier IT-Spezialisten, den sicheren Schoß ihrer gut dotierten Jobs zu verlassen, um ihre Leidenschaft „Italienische Rennräder“ in einen echten, eigenen Radladen zu verwandeln.
In die Rubrik Stahlbike zu verkaufen nehme ich wirklich nur besondere Stücke auf. So wie dieses hier, dessen Marke ich bis heute nicht kannte: Aliverti. Ein wenig Googelei fördert zutage, dass es sich dabei um den (scheinbar noch laufenden) Radladen Aliverti Cicli da Corsa im italienischen Vertemate südlich des Comer Sees handelt, die früher (und heute??) wohl auch Mal eigene Rahmen auf den Markt gebracht haben. Leider gibt es keine Website mit weiteren Infos.
Ich möchte Euch mein neuestes Pferd im Stall vorstellen, das ich liebevoll „Das Biest“ oder einfach „6018“ getauft habe. Ersteres, weil es ziemlich bunt und quietschig daher kommt und meiner Meinung nach jeder noch so toll gestylten Grafik diverser Carbonrenner die Schau stiehlt und letzteres, weil es in grünstem RAL 6018 gepulvert wurde.
Gelegentlich gibt es Radtests, die beim ersten Lesen ein groß geschriebenes Fragezeichen hervorrufen. So auch bei diesem Vergleichstest der Radsport-Magazin Rennrad in der aktuellen Ausgabe 11/12 2010 (Danke Christoph!).
Nahezu jeder große Markenhersteller hat inzwischen Fahrräder für Frauen mit angepassten Geometrien, Rahmenkonstruktionen und Komponenten im Sortiment – auch im Rennrad- oder MTB-Bereich. Im Cityrad-Segment ist das ohenhin schon lange Normalität. Eine Normalität, die besonders stylish auch von vielen der neuen, kleineren Marken wie Retrovelo oder Bella Ciao übernommen und unterschiedlich interpretiert wird.
Räder für kleinere Menschen sind nicht gerade die Spezialität der großen Markenhersteller, bei denen man wohl oder übel die kleinste Rahmengröße nehmen und durch entsprechende Komponenten an die Körperproportionen anpassen muss. Das kann funktionieren, allerdings auch zu wenig ästhetischen Ergebnissen führen.
Rob English fährt Rennen. Recht ernsthaft, was ihm u.a. den Titel des Zeitfahrchampions in Oregon eingebracht hat. Nebenbei ist er auch noch Maßrahmenbauer. Diese Kombination bietet einen Hinweis darauf, dass er seine Entwürfe gerne renntauglich auslegt, bei Bedarf recht gute Ideen für Zeitfahrer hat und es auch gerne ein paar Gramm weniger sein dürfen. Das ist aber nicht immer so, denn letztendlich baut Rob wie jeder gute Rahmenbauer das, was seine Kunden wünschen und brauchen. Und ebenso wie jeder gute Rahmenbauer verfügt er über einen unverwechselbaren Stil, der ihn aus der Masse heraushebt und der auch bei der Kaufentscheidung hilft.
Nach der ersten kleinen Übersicht über Universalbikes mit Scheibenbremsen unter 1.500 Euro bekam ich ein paar Tipps (Danke Tom und Eckart!!!), die ich gerne aufnehme – plus das Marinoni als nachträgliche Entdeckung. Hier also die nächsten Kandidaten, die wieder belegen, dass dieser Radtyp in Großbritanien und den USA deutlich beliebter und gefragter scheint als hierzulande:
Nach dem Blog Post über das Genesis Day One kam mir die Idee, ein Mal zusammenzustellen, welche dieser erschwinglichen Do-it-all-Bikes aus Stahl es denn noch auf dem Markt gibt. Es muss doch eigentlich jede Menge Leute geben, die mit einem einzigen Radmodell alles fahren möchten, was der Radleralltag zu bieten hat und fordert. Sei es, dass diese Menschen einfach keine Lust oder keinen Platz für einen Rad-Fuhrpark haben oder dass sie schlicht und einfach nicht mehr Geld ausgeben möchten. Oder ist das nur eine langsam wachsende Nische? Also definierte ich ein paar Voraussetzungen für die Aufnahme in die Liste:
Stahlrahmen mit eher komfortabler Geometrie
Nutzungsmöglichkeit als Trainings-, Alltags- und Touringrad
Gepäckträgerbefestigung zumindest am Hinterbau
Scheibenbremsen
Komplettpreis unter 1.500 Euro.
Bei Sonne und Regen durch die City, als Rennrad fürs Fitness-Training auf der Straße, auch Mal Lust auf eine Spur Matsch oder gemütliche längere Touren. Das Genesis Day One Alfine ist ein Allrounder, der vieles kann und Auge und Beinen gefallen dürfte.
Der Weg zu einem Maßrahmenbauer bedeutet nicht unbedingt nur, dass man einen Rahmen möchte, der an die individuellen Körpermaße und Proportionen angepasst ist. Das gehört dazu, natürlich. Was man allerdings auch nur beim Maßrahmenbauer findet, ist die Möglichkeit, kleine Konstruktionsdetails hinzuzufügen, die auch den persönlichen Fahrstil und Fahrgewohnheiten unterstützen.
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