Das Wort Holzschutzblech ist ja eigentlich ein Widerspruch in sich, denn ein Blech aus Holz ist ja wohl eher selten zu finden.

Wie auch immer: auf die Gefahr hin, dass ich schon wieder über Fast Boy Ezra Caldwell berichte, aber das flinke kleine Video zur Herstellung von ääääh Laufrad-Regenschutz aus Holz (???) belegt, dass man dazu weniger Zeit benötigt als gedacht.

Nämlich genau eine Minute und vier Sekunden!

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Die Lust auf Chrom beschränkte sich bei mir Anfang der 90er Jahre noch auf die Kettenstrebe und die Gabel meines damaligen CIÖCC-Rennrads. Bis heute habe ich ein etwas zwiespältiges Verhältnis dazu. Deshalb halte ich auch komplett verchromte Stahlrahmen mit polierten Komponenten zwar für eine blitzblanke Bereicherung der Szene, würde mir selbst aber ein solches Rad eher in einen Showroom stellen, als damit zu fahren.

Wie auch immer: die No.2 vom Studio Brisant setzt im Kundenauftrag einen weiteren Glanzpunkt aus Chrom und Politur: der gemuffte Stahlrahmen aus Reynolds 631 wurde in England mit Richard Sachs Newvex-Muffen gelötet. Während Rahmen und Gabel vollverchromt sind, wurden die Campagnolo C-Rekord Teile poliert und ergeben mit den ebenfalls polierten H Son TB 14 Felgen und Brooks Sattel/Lenkerband/Pedalriemen ein blitzblankes Gesamtensemble.

 

 

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Das Gewinnspiel zum 2jährigen Jubiläum des Stahlrahmen-Blogs ist vorbei und soeben wurde die Ziehung der fünf Gewinner unter Anwesenheit eines staatlich vereidigten Ziehungsbeamten und einer attraktiven Lottofee durchgeführt.

Vor dem Ergebnis aber erst einmal HERZLICHEN DANK! an alle Teilnehmer, auch wenn viele leider leer ausgehen mussten. Aber nächstes Jahr ist wieder Jubiläum … und vielleicht auch Gewinnspielzeit. Außerdem vielen Dank an Bella Ciao für die freundliche Sponsorierung der tollen Lenker.

Hier also die Gewinner plus ihre jeweiligen Preise:

Den Bella Ciao CS1A gewinnt Sonja B.

Den Bella Ciao CS2A kriegt Michael K.

Den Bella Ciao CS3A bekommt Oliver M.

Der Bella Ciao CS4A geht an Jakob R.

Und der Bella Ciao CS5A reist zu Heiner L.

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Im Juni 2010 machten sich vier Männer auf, um mit dem Rad in 8 Tagen von London nach Morzine in Frankreich zu fahren (1.272 km). Besonderheit Nummer 1: Sie taten dies, um Geld für den Lavender Trust zu sammeln, der sich um junge Frauen mit Brustkrebs kümmert. Besonderheit Nummer 2: Sie sammelten sagenhafte 50.000 Pfund (= 60.000 Euro). Besonderheit Nummer 3: Sie fuhren die Strecke auf Pashley Guv’nor Retrobikes mit 3-Gang-Nabenschaltung.

Als wenn das noch nicht genug wäre, wird es auch 2012 einen weiteren “Angel Ride” mit Nick, Malcolm, Ian und Iain geben. Dieses Mal vom 26. Mai bis 2. Juni von Barcelona nach Morzine – über die Pyrenäen in die Alpen, wieder über fast 1.300 km, nur dieses Mal mit enormen 19.000 Höhenmetern. Und auch dieses Mal wieder nur mit 3 Gängen, wenn sich auch das Pashley Modell 2012 vom Guv’nor ins Clubman verwandeln wird.

Übrigens ist noch jede Menge Raum für Spenden. Erst ein Drittel der geplanten 30.000 Pfund sind erreicht. Aber es ist ja auch noch ein bisschen Zeit. Das folgende Video zeigt leider nur den ersten Teil der Reise 2010. Der zweite Teil ist leider wie so oft der GEMA zum Opfer gefallen.

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Auf der Berliner Fahrradschau 2012 bildeten Rahmenbauer Ulrich Vogel und Holzlenker-Spezialist Tobias Rudolph aka NaturRad eine Art Gemeinschaftsstand. Im Grunde eine tolle Kombination aus Holz- und Stahlhandwerkskunst, wie auch der Vogel Neon-Singlespeeder mit Holzlenker zeigt.

Beim Betrachten von Fast Boy aka Ezra Caldwells Singlespeeder mit dem lieblichen Namen Thunderfucker 5 und Stahllenker mit Holzgriffen kam mir diese hübsche Synthese wieder in den Sinn.

Im übrigen zeigt das Rad auch, was alles Grandioses passieren kann, wenn man dem Rahmenbauer die komplette Kreation überlässt und nur rudimentäre Vorgaben macht. In diesem Fall “Singlespeeder”, “Scheibenbremse vorn” und “keine Lackierung”. Da wünscht man jedem Kunden einfach die gewisse Portion Mut, die Standard in etwas Besonderes verwandelt.

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Es gibt eine Menge Radläden, die inzwischen ihre eigenen Hausmarken auf Basis von Stahlrahmen anbieten. In der Regel sind das schnickschnackfreie, robuste und günstige Kompletträder für die Stadt und Touren – mal in wenigen, mal in mehreren Varianten.

Der Vorteil gegenüber dem Kauf anderer Marken im Bikeshop liegt nicht unbedingt im Preis, sondern darin, dass man sich damit auch ein bisschen Lokalkolorit erkauft, die lokale Wirtschaft stärkt und sich selbst als Lokalpatrioten zeigt. Nicht zuletzt erwirbt man kein Massenprodukt, sondern tummelt sich in einer kleinen Nische, die – auch bei günstigem Preis – einen gewissen Hauch an Exklusivität verströmt.

Hier ein paar Beispiele in alphabetischer Reihenfolge. Ich spare mir hier weitere Details, das Angebot ist einfach zu groß und vielfältig. Am besten Ihr geht bei Interesse selbst in den Radladen Eurer Stadt und schaut Euch alles aus nächster Nähe an:

Calenberger Radkultur “Isenpärd” (Hannover)

Düsselrad (überraschenderweise aus Düsseldorf)

Feine Velos (Frankfurt am Main)

Froschrad (Berlin) … mit vielen Modellen nach Einsatzweck

Gabriel (Dresden) … mit vielen Modellen benannt nach Dresdner Stadteilen:

Rad der Stadt (Berlin)

Rad Spannerei “Paripa” (Berlin)

Südstern (Karlsruhe)

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Mit dem weiter wachsenden Trend des Fahrrads als Lifestyle-Objekt hat auch das Interesse und Angebot an passenden Klamotten zugenommen, mit denen man in den urbanen Straßen sein/ihr persönliches Gesamtkunstwerk erzeugen kann.

Dromarti aus dem südenglischen Cobham in Surrey kombiniert beides – Bike und Mode -  mit italienischem Flair. Neben hochwertigen Leder-Schuhen und Handschuhen gibt es auch einen Rennradrahmen in klassischem Look.

Das Dromarti Strada wird aus Columbus Spirit mit verchromten Muffen in Italien gebaut und für äußerst stattliche 2.057,61 Euro inklusive Stahlgabel verkauft. Etwas happig, wenn man bedenkt, dass man für knapp unter 3.000 Euro schon ein komplettes Tommasini Tecno bekommt … wobei man natürlich mit einem Dromarti noch exklusiver fährt und wohl nur selten einem anderen Fahrer mit gleichem Untersatz begegnen dürfte.

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Da ich mich zwar rein altersmäßig und geschmacksoptisch, aber nicht fahrstilmäßig zu den Retro-/Vintage-Bike Anhängern zähle, geht bei mir so mancher Bike-Event in dieser Richtung etwas unter.

So kannte ich bis zum Durchstöbern meiner RSS-Feeds auch Stalen Ros noch nicht, eine kleine, feine (Verkaufs-)Messe rund um Vintage-Rennräder und -Teile, die am 25. März im holländischen Neerkant stattfand. Der enorme Besucherandrang und das große Interesse an der angeblich guten alten Zeit wird durch die Fotos belegt, zum Beispiel bei den Kollegen der Düsseldorfer Klassikerausfahrt.

Leider ist Holland zu weit entfernt vom Schwarzwald-Schwäbischen Niemandsland. Und noch eine Messe im März packe ich wirklich nicht.

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Sodele, jetzt habe ich es endlich in einer der seltenen Regenpausen geschafft, Fotos vom aufgebauten Vogel Randonneur zu schießen und die Details plus Fahreindrücke zusammenzuschreiben.

Grundsätzliches:
Wie Ihr seht, entspricht das Rad keinem Schema F. Aber genau dazu geht man ja auch zum Rahmenbauer, denke ich. Stahlrahmen aus Columbus Max wurden und werden nahezu ausschließlich für Rennräder eingesetzt, was ich ziemlich schade finde, weil sie einen ungewöhnlichen Look bieten (insofern man auf die unsäglich klobigen Max-Muffen verzichtet). Ganz abgesehen von der hohen Steifigkeit, die das Geröhr auch für Reiseräder mit Gepäck empfiehlt. Auch Max-Rahmen mit abfallendem Oberrohr sind eher selten zu finden – insbesondere auch in der Kombination mit Bilaminate-Elementen.

Darüber hinaus wollte ich ein modernes Komponentenkonzept mit Rohloff und Disc mit traditionellen Elementen wie silbernen Anbauteilen verknüpfen. Die Doppelplattengabel plus entsprechendem Hinterbau waren Vorschläge von Meister Vogel, die ich gerne übernommen habe. Alles in allem ist das Rad das, was ich wollte: ein universell einsetzbares Unikat für Sport und Tour, das zum Glück nicht jeden Geschmack trifft, sondern vor allem meinen.

Der Rahmen:

  • Hauptrahmen aus Columbus Max, Fillet Brazed mit Bilaminate-Verarbeitung am Steuerrohr
  • Doppelplattengabel aus True Temper mit Schutzblechbefestigung
  • Kettenstreben aus Columbus Zona
  • Sitzstreben aus Columbus XCr Edelstahl mit Doppelplatte, Schutzblechbefestigung und genial integrierter Gepäckträgerbefestigung
  • 2-farbige Nasslackierung: Betongrau RAL 7023 und Verkehrsrot RAL 3020

Die Komponenten:

  • Rohloff Speedhub mit externer Anlenkung
  • Surly Kettenspanner
  • Gilles Berthoud Drehgriff für Rennlenker
  • Avid BB7 Road Scheibenbremsen
  • Cane Creek SCR-5 Bremshebel
  • Tektro RL 720 Zusatzbremshebel für die Vorderbremse
  • Nitto Noodle Lenker
  • Brooks Lenkerband
  • Velo Orange Threadless Vorbau 26mm
  • Velo Orange Grand Cru Steuersatz 1 1/8 Zoll
  • Velo Orange Grand Cru Sattelstütze 27,2mm
  • Sugino XD Kurbel mit Specialité TA Kettenblatt
  • Selle An-Atomica Ledersattel
  • Mavic A 317 Disc Laufräder mit Sapim Speichen
  • DT Swiss 350 Vorderradnabe
  • Schwalbe Durano 28 mm Reifen
  • Gilles Berthoud Schutzbleche

Das Fahrgefühl:
Klar haben Rohloff, Disc und die tourenorientierte Ausstattung ihr Gewicht. Aber was soll’s. Erstens ist der Geschwindigkeitsrausch für mich keine erstrebenswerte Droge und zweitens rollt der Randonneur verdammt gut. Auf meiner Hausrunde konnte ich keinen nennenswerten Zeitunterschied zum ca. 2-3 Kilo leichteren Fitnessbike ausmachen. Und selbst wenn …

Der Randonneur läuft unglaublich stabil, auch bei Abfahrten auf schlechten Straßen kommt keinerlei Unruhe auf. Da muss ich mir keine Sorgen machen, wenn einmal Gepäckträger und Taschen dazukommen sollten. Am Berg wird das Gewicht durch die sehr direkte Kraftübertragung wettgemacht, es kurbelt sich sehr dynamisch hoch. Auch im Wiegetritt ist kein Flex zu spüren (was bei meinem Gewicht bzw. Oberschenkelumfang ohnehin kaum möglich wäre). Trotzdem ist die Stahlrahmen-typische Dämpfung wahrnehmbar und wird natürlich von den 28er Duranos und dem genialen Selle An-Atomica unterstützt.

Die Rohloff und ich sind schnell gute Freunde geworden. Der schöne Berthoud-Drehgriff funktioniert problemlos, nur an die im Vergleich mit einer Kettenschaltung ziemlich laute Geräuschkulisse in den Gängen 5-7 muss ich mich noch gewöhnen. Ein wenig leiser soll es ja nach einer gewissen Einfahrzeit noch werden.

Der Nitto Noodle und die Cane Creek Bremsgriffe lägen noch besser in der Hand, wenn da nicht das Brooks Lenkerband wäre. Anders als auf den Fotos zu sehen habe ich das schon gestern nach nur 2 Fahrten entfernt bzw. mit einem guten alten Baumwoll-Lenkerband umwickelt (damit es wenigstens nicht umsonst gekauft wurde). Die tolle Optik kann die fehlende Griffigkeit und Dämpfung einfach nicht ausgleichen.

Reiseerfahrungen mit Gepäck folgen irgendwann in noch nicht absehbarer Zukunft. Bis dahin genieße ich meinen Vogel Randonneur als Fitness- und Spaßgerät allerallerallererster Sahne. DANKE ULRICH!

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Das ist mal eine verdammt gute Idee: man gründet eine Rahmenbauschule und bringt den Schülern alles bei, damit diese anschließend selbst ihren Traumrahmen bauen können. So weit so gut. Aber das ist nicht alles: während des Kurses baut man gemeinsam mit den Teilnehmern ein robustes Alltags- und Transportrad, das anschließend im Rahmen von Bike-Hilfsprojekten nach Afrika geht.

Das ist das Geschäftsmodell von The Bicycle Academy (TBA) im englischen Frome in Somerset. TBA wurde auf Basis von Spenden gegründet und ausgestattet (Werkstatt, Rahmenbauer-Tools und Werkzeuge) und wird im Juni 2012 die Tore öffnen. TBA ist keine karitative Organisation, sondern eine Mischung aus Hilfsprojekt und ertragsorientiertem Unternehmen.

Für die verschiedenen Kursangebote werden Preise vom 6-stündigen Lötkurs für 300 Pfund (= 360 Euro) bis zum 4-Tages-Rahmenbaukurs für 750 Pfund (= 900 Euro) aufgerufen. Weitere Kurse z.B. zum Bau von Rahmenlehren oder Laufradbau sind in Planung.

Die TBA-Gründertruppe ist ein bunter Mix von Radverrückten wie Ideengeber Andrew Denham, der beispielsweise auch für den durchgeknallten Cobble Wobble Bicycle Hill Climb verantwortlich ist. Oder Meister-Rahmenbauer und BMX-/MTB-Experte Brian Curtis, der die ungelenken Rahmenbauanfänger und Fortgeschrittene in die höheren Lötkünste einweisen wird. Die ersten Kurse sind übrigens schon ausgebucht. Aber es gibt eine Warteliste.

Erwähnte ich es schon? Das ist eine wirklich gute Idee! Mehr dazu im Film (aus der Crowd Funding Zeit, die inzwischen beendet ist):

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