Nein Cycles Mannheim ist kein Sohn der gleichnamigen deutschen Stadt an Rhein und Neckar. Serge Mannheim betreibt seinen Bike-Shop inklusive Rahmenbau-Werkstatt vielmehr in Vieux Thann nahe Mulhouse im Elsass – und das schon seit 25 Jahren.

Leider gibt die Website bildlich und textlich nicht viele Informationen her. Offensichtlich nutzt er als Rahmenmaterialien nicht nur Stahl, sondern auch Carbon und Titan. Und er hat offenbar keine MTBs im Angebot. Auch wenn es nicht ganz zum Stahlrahmenblog passt, hier als Beispiel hier ein flottes Rennrad mit Carbonrohren und Titanmuffen.

Mannheim-1

Die Fotos der anderen Räder sind leider so winzig bzw. schlecht, dass man kaum etwas erkennt. Trotzdem einen kleinen Beitrag wert.

Mannheim-2

Mannheim-3

Mannheim-4

Mannheim-5

Mannheim-6

Der Winter ist zwar zum Glück vorbei, aber dieses Winter Bike von English Cycles steht einfach jeder Jahreszeit hervorragend. Und man sollte es dringend von Frühling bis Winter bewegen.

English_WinterBike-1

English_WinterBike-2

Wie immer glänzt Rahmenbauer Rob English mit vielen besonderen Details. Am auffallendsten ist natürlich das verlängerte Oberrohr des Stahlrahmens als Wishbone-Hinterbau mit dem integrierten Gepäckträger. Da der Kunde 650B Laufräder mit mindestens 38mm Reifenfreiheit und gleichzeitig eine Shimano Alfine Di2 Schaltung wünschte, mussten die Kettenstreben angepasst werden, um eine funktionierende Kettenlinie zu ermöglichen.

English_WinterBike-3

English_WinterBike-4

Übrigens sind auch die Schutzbleche Sonderanfertigungen, da Rob mit den Standardausführungen der Hersteller für 650B Laufräder nicht besonders glücklich war. Und dass die Luftpumpe in (einer echt tollen) Rahmenfarbe lackiert ist, sollte einen bei English Cycles nun wirklich nicht wundern. Ein wirklich grandioses Ganzjahresbike aus einem Guss.

English_WinterBike-5

Wenn man beim United Bicycle Institute das Rahmenbauer-Handwerk gelernt und u.a. bei Brompton in der Praxis angewendet hat, sollte man einigermaßen wissen, was man tut.

Bei Ross Allan aka Bonavia Cycles ist genau dies der Fall. Er hat bereits 2006 den Namen und die Werkstatt-Ausstattung des damals in Rente gehenden, britischen Rahmenbauers Clive Bonavia übernommen und ist dann 2010 nach Vancouver/British Columbia umgesiedelt, wo er heute sein stählernes Rahmenbauer-Unwesen treibt.

Ross kann man wahrlich nicht auf einen Bike- oder Konstruktionstyp festnageln. Er baut alles, was man aus Stahl bauen kann – bevorzugt gemufft (auch mit Custom Muffen), aber gerne auch im von mir so hoch geschätzten Bi-Laminate-Verfahren.

Für den Rest lasse ich Bilder sprechen:

Bonavia-1

Bonavia-2

Bonavia-3

Bonavia-4

Bonavia-5

Bonavia-6

Bonavia-7

Über den sehr kleinen Trend zu 36er Bikes habe ich an der einen oder anderen Stelle schon geschrieben (einfach rechts unter den Bannern die Suchmaske nutzen und nach “36er” suchen).

Auch David Folch aka DirtySixer aus Santa Cruz in Kalifornien hat sich ausschließlich diesem Bike-Exoten verschrieben. Allerdings verstehen sie ein 36er nicht als 29er für besonders schräge Charaktere, sondern ganz klar als Bike für große Menschen bis ca. 2,20m Körpergröße. Vielleicht auch ein Grund, warum u.a. Basketball-Legende Shaquille O’Neal ein DirtySixer fährt.

dirtysixer_1

dirtysixer_2

Das Bike selbst basiert auf einem in den USA gefertigten Stahlrahmen mit Stahl-Segmentgabel und versteht sich als Allrounder für Alltag, Trail, Gravel und Tour. Das DirtySixer ist in 4 Größen, mit Kurbellängen von 180 – 220mm und in aktuell 3 Ausstattungsvarianten als Singlespeeder sowie mit 1×11 Shimano Antrieb oder Rohloff Speedhub erhältlich. In Zukunft soll es auch Modelle mit Federgabel, Riemenantrieb und Elektrounterstützung geben.

dirtysixer_3

Die Preise für Komplett-DirtySixer reichen von 4.499 Dollar (= 3.930 Euro) für den Singlespeeder über 5.599 Dollar mit Shimano-Gruppe (= 4.890 Euro) bis 6.899 Dollar (= 6.025 Euro) mit Rohloff Speedhub.

Den enormen Größenunterschied zwischen einem 29er und 36er erkennt man auf dem folgenden Foto im Vergleich mit einem Surly Karate Monkey und dem kurzen Video ziemlich gut:

dirtysixer_4

Über die etwas enttäuschende Wiederauflage des Fat Chance Yo Eddy habe ich schon vor knapp einem Jahr berichtet. Nun hat Chris Chance den schon 1991 vorgestellten Rennradrahmen Slim Chance auf neue Felgen gestellt.

SlimChance-1

Der Stahlrahmen des Slim Chance aus True Temper OX Platinum Rohrsatz wird beim renommierten Rahmenbauer Stinner Frameworks gefertigt. Als moderne Interpretation bietet er ein 44mm Steuerrohr (bei klassischem Tretlager) und kommt als Rahmenset mit Chris King IS7 Headset und in Rahmenfarbe lackierter ENVE 2.0 Carbongabel. Das Ganze in 5 Größen und 4 Farben für 2.295 Dollar (= 2.030 Euro).

SlimChance-3

Das Slim Chance wird es in Zukunft optional auch mit einer Stahl-Segmentgabel geben. Darüber hinaus gibt es den Vorbau (Carbon oder Alu) gegen Aufpreis auch in Rahmenfarbe. Es sind auch Kompletträder mit Gruppen von Shimano, SRAM oder Campagnolo erhältlich. Die Reifenfreiheit beträgt übrigens 28mm.

SlimChance-2

Wie beim Yo Eddy finde ich den Rahmen etwas unspektakulär. Die Tradition allein würde mir hier nicht ausreichen … schon gar nicht bei dem Preis und Standardgeometrie. Aber was soll’s … Eine Nachricht ist es wert.

SlimChance-4