Die ungewöhnlichen Rahmenkonstruktionen von Van Hulstejn kann man getrost schon heute als Design-Ikonen bezeichnen, auch wenn sie erst wenige Jahre auf dem Markt sind.

Die Auktionsexperten von Sotheby’s waren offensichtlich ebenfalls dieser Meinung und fragten freundlich bei Herman van Hulstejn an, ob man vielleicht eine kleine Special Edition mit 9 Exemplaren auf die Felgen stellen könne, um diese an die meist solvente Kundschaft zu verkaufen.

Klar, dass man sich als Rahmenbauer hier nicht lumpen lassen kann und etwas wirklich Besonderes gestalten muss, das die ohnehin schon vorhandene Exotik der Van Hulstejn-Räder auf die Spitze treibt.

Die Zutaten: Man nehme als Basis den klassischen Van Hulstejn-Rahmen aus Edelstahl und überzieht diesen mit Blattgold, das wiederum mit einem Speziallack überzogen wird, der nichts mir einer klassischen Pulverbeschichtung oder Nasslackierung gemein hat.

Urushi ist eine traditionelle japanische Lackier-Technik, bei der das Material aus dem Saft des Lackbaums gewonnen wird, der in heimischen Vorgärten nur schwer zu finden sein dürfte. Der Saft enthält ein Harz, das unter Luft und Feuchtigkeit aushärtet und eine robuste, plastikähnliche Konsistenz annimmt. Das Ganze wird auch als “natürliches Plastik” bezeichnet.

Zurück zum Rad: Das Finish der Lackierung in Kombination mit dem Blattgold wird nicht von Van Hulstejn selbst ausgeführt, sondern von zwei russischen Künstlern, die sich mit Urushi auskennen. Die Urushisierung von Rahmen, Gabel und Vorbau dauert übrigens satte 6 Monate und mündet in 9 Unikaten. Dazu gesellen sich handgefertigte, polierte Komponenten wie z.B. Bremsgriffe und Pedale und der Rochenhaut-überzogene Lenker und Sattel, was ich wiederum weniger witzig finde.

Der Preis ist unbekannt, dürfte aber bei der angestrebten Kundschaft sicher keine Rolle spielen.

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Als 1985 Richard und Nicholas Crane den Kilimandscharo mit 2 Stahl-ATBs auf dem Buckel und unter dem Hintern in Angriff nahmen, ahnten sie sicher nicht, dass knapp 30 Jahre später jemand auf die Idee kommen könnte, den Style dieser Urzeit-ATBs – und den Geist dieser Expedition – wiederzubeleben.

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Das Stanforth Kibo (“Kibo” ist der Name des Kilimandscharo-Gipfels) ist wie eine Reise in die Vergangenheit des All Terrain Bikes: Der gemuffte Stahlrahmen mit waagerechtem Oberrohr und gemuffter Stahlgabel aus Reynolds 631 wird vom namhaften UK-Rahmenbauer Lee Cooper gebaut. Das Ganze kommt scheinbar nur als Komplettbike, was ich ziemlich schade finde, denn gerade bei Retro-Stahlrahmen sollte ein Custom-Aufbau über ein Rahmen-/Gabelset möglich sein.

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Die Ausstatttung bietet u.a. einen Deore-/XT 9-fach-Antrieb mit Sturmey Archer Daumenschaltern, Deore-/Rigida Sputnik Laufräder, Brooks Sattel, Nitto-Vorbau und Genetic-Cantis. Befestigungen für 3 Flaschenhalter, Schutzbleche und Gepäckträger vorne und hinten sind eh klar. Aus den Infos geht nicht hervor, wie viele Rahmengrößen es gibt. Aber eins ist sicher: die glänzend schwarze Pulverlackierung.

Kostenpunkt: 1.395 Pfund (= knapp 1.700 Euro)

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Wenn man als Bike-Hersteller in Künstler- und Designerkreisen verkehrt, kann das durchaus von Vorteil sein und zu interessanten Ergebnissen führen.

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Das Sondermodell mit dem griffigen Namen Tokyo Fixed X Eley Kishimoto Dream Machine entstand aus der Zusammenarbeit von Tokyo Fixed in London, die ja heute eigentlich Kinoko Cycles heißen und den Designern Mark Eley sowie Wakako Kishimoto.

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Als Basis dient der Fillet Brazed Stahlrahmen mit Doppelplatten-Stahlgabel des Singlespeed-Modells Dream Machine. Der Rest besteht aus Lust am Design und einem Motiv namens “Eye Eye Ivy”. Der Rahmen aus Columbus Zona Geröhr kommt in klassischer Konstruktion mit waagerechtem Oberrohr und 1 Zoll Gewindegabel.

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Das handbemalte Bike ohne Taschen gibt es für 1.500 Pfund, knapp 1.800 Euro. Allerdings scheint nur noch ein 52er Rahmen übrig zu sein. Oder gibt es nur ein 52er Modell? Da bleibt die Website informationsseitig etwas zurückhaltend.

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Morgen und am Sonntag ist es wieder soweit und die Berliner Fahrradschau öffnet ihre Tore für die radbegeisterten Besucher. 6 Ausstellungsbereiche von Handmade über Velo Couture bis zu eMobility bieten ausreichend Stoff, um sich einen oder zwei Tage inspirieren zu lassen. Daneben gibt es ein umfangreiches Rahmenprogramm, beispielsweise den neuen Classic Bicycle Market auf dem Messegelände. Oder wie immer wilde Indoor-/Outdoor-Rennen in verschiedenen Geschmacksrichtungen, z.B. jetzt auch als Cyclocross-Variante.

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Während deutsche Stahlrahmen-Urgesteine der Messe weitgehend fernbleiben, sind dafür jede Menge Newcomer zu bewundern, beispielsweise Big Forest, Portus, Tannenwald, Le Canard, Troica, Simon und Unique. Und auch die internationale Abteilung hat mit Rahmenbauern wie Edelbikes, Elian, Field, Kurtz, Merényi, St. Joris oder Zullo einiges zu bieten.

Anders als 2013, als ich mir die Berliner Fahrradschau und Bespoked Bristol (jetzt: Bespoked. The UK Handmade Bicycle Show) gönnen durfte, fällt für mich in diesem Jahr leider beides aus. Zu viel Arbeit und aktuell noch eine fette Grippe. Um auf dem laufenden zu bleiben, empfehle ich die Blog-Kollegen von Panda Cycles, die wie immer das Ganze fotografisch und dokumentarisch festhalten werden.

Falls Ihr übrigens einen Beitrag zur bereits vollendeten NAHBS 2014 erwartet habt, genießt für einen kleinen Eindruck und als Messe-Einstimmung doch einfach die tolle NAHBS-Berichterstattung von US-Kollege John Prolly.

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Das für 2014 leicht überarbeitete Veloheld.Lane stellt aus meiner Sicht den Prototypen eines optisch wie technisch gelungenen 28 Zoll Stahlrahmen-Tourers für die Stadt und Touren in eher flacherem Gelände dar.

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Das Design mit geschweißtem Stahlrahmen, Stahlgabel und sanft geschwungenen Sitzstreben bietet einen gesunden Hang zum Understatement, ohne langweilig zu wirken. Zeitlos dürfte es eher treffen. Details wie im Unterrohr verlegte Schalt- und Rücklichtkabel sind bei Kompletträdern dieser Couleur nicht unbedingt selbstverständlich. Edelstahl-Ausfallenden sowie die kathodische Tauchlackierung des Rahmens vor dem Lackieren geben Rost nur wenig Ansatzfläche.

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Die Komponentenwahl dürfte gerade auch Nicht-Schrauber glücklich machen: Shimano Alfine 11-Gang Nabe, Gates Carbon Riemen mit CenterTrack und hydraulische Shimano Scheibenbremsen senken den Wartungsaufwand. Der Alfine Nabendynamo mit Supernova E3 Pro Beleuchtung macht die Nacht zum Tag. Der robuste Tubus Fly Stahl-Gepäckträger schafft 20kg Gepäck. Bei voller Beladung und starken Steigungen dürfte aber – je nach Oberschenkelumfang – die Alfine 11 an ihre Grenzen stoßen.

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Das Veloheld.Lane gibt es in einer Ausführung für Sie (Veloheld.Lady Lane) und Ihn jeweils in schlichtem Schwarz oder Weiß. Kostenpunkt: 549 Euro für das Rahmenset inkl. Schutzblechen in Rahmenfarbe und 1.899 Euro für das Komplettrad. Wunschfarben und Custom Aufbauten (auch mit Kette statt Riemen) sind möglich.

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