Gelegentlich schicken mir Leser des Stahlrahmen-Blogs Fotos von ihren Stahlrahmen-Bikes, in der Regel auf Maßrahmen-Basis. Dabei ist meist schon in der E-Mail zu spüren, wie stolz und glücklich sie über ihr individuelles Custom Bike sind.

Ich mag diese Zusendungen. Zum einen, weil es mich interessiert, was sich Stahlrahmen-Enthusiasten beim Rahmenbauer ihres Vertrauens bauen lassen. Und zum Anderen, weil ich so tolles Blog-Material für Zeiten bekomme, in denen ich keine Zeit für Recherchen habe. So wie jetzt zum Beispiel.

Das folgende Touren-Rennrad von Martin wurde von Stolz Fahrradbau in Zürich gefertigt – klassisch gemufft aus Reynolds 853. Wie immer ist alles an diesem Bike Geschmacksache und steht deshalb außerhalb jeder Kritik. Aber darum geht es auch nicht. Sondern einzig und allein um den Stolz und die Freude des Besitzers, dieses Unikat fahren zu dürfen. Punkt!

Wer mehr wissen möchte: Hier gibt es eine tolle Dokumentation des Entstehungsprozesses und aller Details als PDF.

Das Tommasini Sintesi ist als Vintage-Rennrad bzw. Fixie schon eine Marke für sich. Nun hat Tommasini auch eine passende Randonneur-Variante des Sintesi auf die Felgen gestellt.

Bis auf die Befestigungen für Gepäckträger und Schutzbleche ist erstmal kein großer Unterschied zur Rennrad-Version zu erkennen. Die Geometrie wurde wohl entspanter und lastentaugliche gestaltet. Dazu wurden u.a. die Kettenstreben und Gabelvorbiegung verlängert. Ebenso wurde Platz für 28mm Reifen und Schutzbleche geschaffen.

Anonsten blieb scheinbar alles beim alten. Stahlrahmen aus Columbus Neuron Rohrsatz, (Teil-)Verchromung von Muffen, Gabel und Kettenstreben. Kurz: Ein Vintage-Randonneur für Klassik-Liebhaber vom Feinsten. Zu haben in sagenhaften 13 Größen. Kostenpunkt: 1.760 Euro fürs Rahmenset.

Wieder einmal konnte ich durch einen Leser meine Liste an (deutschen) Stahlrahmen-Bikeherstellern erweitern (Danke Peter!).

LAST Bikes aus Dortmund gehört schon seit etlichen Jahren zu den Herstellern von Dirt und Street Bikes. Mit den Rahmen aus Stahl und Alu wurden schon diverse nationale und internationale Titel eingefahren. Dass ich das nicht mitbekommen habe, dürfte daran liegen, dass ich in diesem Hardcore-Umfeld eher selten zu finden bin ;o)

Ein Beispiel ist das neue LAST FASTFORWARD Hardtail, das es als Rahmenset, mit 29er oder 650B Laufrädern oder als Komplettbike gibt. Der Name des Bikes scheint hier Programm: Robust und schnell soll es sein.

 

Der Stahlrahmen wird aus Custom 4130 CrMo von Sanko geschweißt und wurde für 140mm Federgabeln optimiert. Dazu gibt es Ausfallenden für eine spezielle 10mm Achse, dia auch das Schaltauge fixiert. Das Sattelstützenmaß beträgt 31,6mm, ein herkömmliches 73mm BSA-Innenlager und eine ISCG 2005 Aufnahme kommen hinzu.

Die Kabelführungen lassen sich für Singlespeed-Betrieb entfernen. Witzigerweise können die dazu passenden Gewinde auf dem Unterrohr auch für Flaschenhalter genutzt werden.

Das LAST FASTFORWARD gibt es in 3 Größen und 5 Farben als Rahmenset mit verschiedenen Kits ab 679 Euro (aktuell als Pre-Order für 599 Euro!) bzw. als Komplettbike ab 1.998 Euro.

Matt Teague aka Teague Bicycles gehört zu den gar nicht so wenigen Teilzeit-Rahmenbauern. Im wahren Leben arbeitet er als Architekt bei einem Stahlunternehmen. Naja, ohne Stahl scheint es wohl einfach nicht zu gehen, was ich durchaus verstehen kann ;o)

Matt steht vor allem auf gemuffte Stahlrahmen, was man ihm auch nicht übelnehmen kann. Sein Credo ist, dass ein Fahrrad erst einmal praktisch sein muss … und dann schön. Wobei das eine das andere nicht wirklich ausschließt.

(Fotos: Gold Seal Photography)

Wer mehr über Teague Bicycles erfahren möchte, kann dies hier in einem Interview für die UK Handmade Bicycle Show erfahren, die vom 7. bis 9. April in Bristol stattfindet und auf der Matt Teague ausstellen wird. Irgendwann schaffe ich es sicher mal wieder dorthin … eine wirklich tolle Location und Atmosphäre. Dieses Jahr allerdings nicht.

Die Kette regiert immer noch. Der Riemen liegt im Trend. Und Kardan? Kardan? Naja warum eigentlich nicht.

Brik Fietsen aus Nijmegen hat die Welle als Antriebskonzept für das Fahrrad ausgegraben und mit Stahlrahmen (und Alurahmen) zu wartungsarmen Citybikes kombiniert (Danke auch für den Tipp, Jochen!). Dass dieses Konzept auch die Rahmenkonstruktion beeinflusst, wenn die Welle an die Stelle der Kettenstrebe rückt, ist klar, wie man sieht.

Das Brit Sec ist das Stahlrahmen-Kardan-Modell im Programm. Erhältlich als Damen- oder Herren-Rad in 10 Farben und einer (Damen) bzw. zwei Größen (Herren). Apropos Farbe: Gegen 30 Euro Aufpreis wird die Kardanwelle in einer eigenen Farbe lackiert, was einen hübschen Kontrast zum übrigen Stahlrahmen ergibt.

Apropos Preis: Das Brit Sec kostet komplett mit Brooks Sattel je nach Schaltungsart ab 929 Euro. Zu haben sind die SRAM Automatix 2-Gang-Schaltung oder Shimano Nexus Nabenschaltungen mit 3, 7 oder 8 Gängen.