Zu den wenigen auf den Offroadbereich fokussierten Rahmenbauern gehört Collin Schaafsma aka Matter Cycles aus Boulder/Colorado. Wie manch anderer Rahmenbauer geht auch er den Weg, vordefinierte Modelle mit fixen Geometrien und Rahmengrößen anstelle kompletter Individualisierbarkeit anzubieten.

So finden sich aktuell drei Stahlrahmenmodelle für den Offroadeinsatz in seinem Produktprogramm. Allen Modellen gemeinsam ist die TIG-geschweißte Konstruktion, die Edelstahl-Ausfallenden mit austauschbaren Einsätzen, 44mm Steuerrohre sowie Steckachsen:

Das Matter SlayRide ist ein 27,5 Zoll MTB-Hardtail für den harten Geländeeinsatz und 1 x 10/11 Antrieb. Das SlayRide kommt mit 44mm Steuerrohr für 1,5 Zoll Tapered-Federgabeln mit 150-160mm Federweg und Reifenfreiheit bis 2,4 Zoll. Zu haben in 4 Größen. Rahmenpreis 1.650 Dollar, Komplettbikes starten ab 4.285 Dollar.

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Das Matter BeneFat ist das Fatbike im Sortiment. Es bietet Reifenfreiheit für 26 x 5 Zoll bzw. 29 x 3 Zoll. Dazu gibt es hinten eine 197 x 12 Syntace Steckachse und das übliche 100mm Innenlagergehäuse. Beim BeneFat können Federgabeln mit 100mm Federweg verkraften. Aber wer braucht schon eine Federgabel an einem Fatbike? Auch hier liegt man beim Rahmen bei 1.650 Dollar. Komplettaufbauten starten bei 3.900 Dollar. Es gibt 4 Rahmengrößen.

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Das Matter WolfBeard ist der Monstercrosser im Programm – mit Reifenfreiheit von max. 44mm und Befestigungen für gleich 3 Flaschenhalter. Erhältlich in 3 Größen wie immer für 1.650 Dollar (Rahmenset) bzw. ab 3.560 Dollar fürs Komplettbike.

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Nein, dieses Allroad-Stahlrahmenbike mit Scheibenbremse von Bruce Gordon ist nicht in den letzten Monaten entstanden. Vielmehr ist es ein weiterer Beleg dafür, dass sich Visionen gelegentlich auch in Realität verwandeln können.

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In seiner Reihe mit Bikes, die er in seinem langen Rahmenbauerleben für sich selbst gebaut hat, nimmt Meister Gordon mit dieser Allzweckwaffe aus dem Jahre 2002 einen aktuellen Trend mehr als zehn Jahre vorweg – den des Reise- und Soft-Offroad-tauglichen Sporttourers bzw. Rennlenker-29ers mit großer Reifenfreiheit und Scheibenbremsen.

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Das Besondere an diesem Bike ist (neben der Rost-Lackierung), dass es für den Einsatz mit einer Starrgabel und einer White Brothers 29er Federgabel konzipiert wurde. Und natürlich, dass es mechanische Avid Scheibenbremssen in einer Zeit nutzte, als man höchstens im MTB-Bereich daran dachte.

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Eine wirklich grandiose Sommer-Aktion hat sich der Tourismusverband des US-Bundesstaats Oregon ausgedacht und bereits durchgeführt:

Für die “7 Naturwunder von Oregon” baute je ein Rahmenbauer aus Oregon ein spezielles Bike, das dann im Umfeld des Naturwunders versteckt und gefunden werden konnte. Der glückliche Finder konnte das Bike natürlich behalten.

Hier die tollen Räder der Aktion “7 Bikes for 7 Wonders inkl. der dafür gedrehten Videos:

Mt. Hood Bike von Wolfhound Cycles:

Smith Rock Bike von Vulture Cycles:

Painted Hills Bike von Igleheart Custom Frames:

Wallowas Bike von Breadwinner Cycles:

Columbia River Gorge Bike von Argonaut Cycles (kein Stahlrahmen, aber wenn Carbon, dann von Argonaut!):

Oregon Coast Bike von Ahearne Cycles:

Crater Lake Bike von DeSalvo Custom Cycles:


So viel Fantasie und Mut würde ich mal einer Institution im Fahrradland Deutschland wünschen!

Während die Traditionsmarke Masi (gegründet 1949) heute unter amerikanischer Flagge fährt, hat Meister-Rahmenbauer Alberto Masi, der Sohn des Unternehmensgründers Faliero Masi, noch lange nicht genug und fertigt in Mailand unter eigenem Namen Stahlrahmenmodelle als Rennräder und Bahnräder nach Maß – und das bereits seit 1972.

Mehr darüber gibt es in diesem Video, das hier allerdings nicht direkt angesehen werden kann. Also einfach auf das Bild klicken und Ihr kommt zum entsprechenden Youtube-Video.

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Wenn man rund 20 Jahre Rennerfahrung auch auf nationaler und internationaler Ebene mit diversen Erfolgen aufzuweisen hat, kann man eine gewisse Leidenschaft für das Thema Fahrrad unterstellen. Wenn man dann noch etliche Jahre als Mechaniker u.a. für Condor auf dem Buckel hat, dürfte auch das Interesse für technische Details recht ausgeprägt sein. Keine schlechte Grundlage für den späteren Einstieg als Rahmenbauer.

Bei Ashley Malcolm aka Malcolm Custom Bicycles trifft das alles zu. Der geborene Australier lebt und arbeitet heute in London. Die feinen Kniffe des Rahmenbaus hat er u.a.  von Meister Ron Cooper erworben, der bereits 2012 im Alter von 80 Jahren verstarb.

Heute setzt Ashley seine Vorstellung des Rahmenbaus mit klarem Blick auf die Rahmenbau-Tradition, aber gleichzeitig mit Sinn für individuelle Details um. So wie bei diesem Bahnrad, das er in Erinnerung an seinen Lehrmeister Ron Cooper gebaut hat.

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