Pascal Albrechts ALPA 007 – Reisetaugliche Flowtrail-Maschine

Es gibt so Fahrräder, die sind was besonderes. Wenn man sie auf Instagram sieht, hört man auf zu scrollen. Wenn sie einem im Wald oder auf der Straße begegnen, spricht man die Fahrerin oder den Fahrer an. Uns erging es letzte Woche mit dem in der Pascal Albrechts heimischen Werkstatt gebauten und auf den bescheidenen Namen hörenden ALPA007 genau so. Grund für uns Kontakt mit Pascal aufzunehmen und ihn das Rad ganz im Detail vorstellen zu lassen:

Also das Rad entstand primär aus dem Gedanken, dass mir persönlich das mit dem Gravelbike auf Trails, gerade wenn’s auch mal etwas blockiger ist, nicht wirklich getaugt hat. Für Straße und Waldweg super, aber eben nichts, was mir auf einem Singletrail auch nur ansatzweise Spaß macht. Gleichzeitig ist mir mein Enduro mit 140mm Federweg aber zu behäbig bergauf und im Flachen. Das macht also hauptsächlich nur bergab Spaß.

Es sollte also etwas für einfache, flowige Trails her, das gleichzeitig auch noch reisetauglich ist. Hier steht immer noch die 5te Auflage der Torino-Nice-Rally aus (Danke Corona!), die ebenfalls etwas gedanklicher Stifter des Rads ist. Daher auch die 12(!) Gewindeösen im Hauptrahmen, um schraubbare Rahmentaschen (selbstgenäht) und eben das ganze Bikepacking-Geraffel aufnehmen zu können. Geometrisch orientiert sich das ganze an modernen, eher progressiven 29“ CC-Hardtails (z.B. BMC Twostroke) mit langem Reach, kurzem Vorbau und flachem Lenkwinkel. 

Bei den Rohren hat man gar nicht so viel Auswahl für so ein Projekt und im Prinzip stammt das meiste von Columbus aus dem Zona 29er Rohrsatz. Für das Unterrohr benötigt man z.B. zwingend 750mm Länge. Mit normalen Rahmenrohren kommt man da nicht hin. Also 38mm Zona 29er Unterrohr, 31.8mm Oberrohr, 28.6mm external butted Sitzrohr und die MTB-spezifisch gebogenen Ketten und Sitzstreben. Das reicht in meinem Fall gerade so um einen 2,25“ Reifen durch den Hinterbau zu fädeln. Komplettiert wird das mit einem 46mm Steuerrohr und den wirklich geilen und sauteuren Paragon Machine Works Low-Mount Ausfallenden aus Edelstahl.

Gelötet ist alles mit 34%igem Silberlot. Dadurch kann man etwas niedrigere Temperaturen beim Löten fahren als bei klassischem Messing, was für Verzug und Festigkeit der Rohre ein paar Vorteile erbringt. Die Zugführung für Schaltwerk und Bremse läuft im Unterrohr durch durchgängige Edelstahl-Röhrchen. Für den Fall, dass ich mir doch einen Dropper wünsche, ist im Sitzrohr ebenfalls aus Edelstahl-Röhrchen ein Einlass für einen Zug.

Der Zug für den Dropper Seatpost würde dann aber auf dem Oberrohr laufen und über die fünf 5mm Gewindeösen befestigt werden. Für den Moment ist an der Sattelstütze aber Handarbeit angesagt. Der wunderbare Tune Würger verrichtet hier wunderbare Dienste. (Tune, wieso habt ihr den aus dem Programm genommen?)

Eigentlich wollte ich das Rad komplett mit einer Shimano XT 12-fach aufbauen. Bremsen waren aber gerade überall ausverkauft, so wurden es halt die (affengeilen) XTR Bremsen. RockShox Sid SL Gabel war mit dem Blau irgendwie gesetzt und hilft das Gewicht zu drücken. So hat es jetzt 10,9kg fahrfertig mit Pedalen wie auf den Bildern.

Ich baue die Rahmen im heimischen Keller mit einer Lehre von the bicycle academy und einem Propan/Sauerstoff-Brenner. Ansonsten braucht man eigentlich nur ein paar ordenliche Feilen, Akkuschrauber und Rohrklemmbacken. Angefangen habe ich mit einem Rahmenbaukurs beim Pyttel in Rastatt. Das ist jetzt insgesamt der 7. Rahmen inkl. ein paar verrückten Sachen wie einem Lastenrad oder einem aufwändigen Anglaise-Damen-Rahmen.

Noch Fragen? :)
Bilder zu den Taschen oder dem Prozess finden sich auch auf meinem Insta-Account @realpascalalbrecht.

Grüße
Pascal

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