Mächtig anders unter Strom: Jaal Cycles Dedo E-Bike

Bei diesem top-modernen E-Bike im Vintage-Look Bike sollte man die Standardbrille dringend abnehmen, was angesichts dieser Fülle speziell entwickelter Details auch nicht besonders schwer fällt.

Das Jaal Dedo ist ein E-Bike der ganz besonderen Art. Beim Grundkonzept kommt wirklich nichts aus dem Teilregal der großen Hersteller, wenn man vom Panasonic Mittelmotor mit 350 Watt absieht. Dieser beschleunigt das Dedo (bei entsprechendem Krafteinsatz) bis auf 45 km/h und bleibt dabei in seinem feinen Lederetui aufs Eleganteste verborgen.

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Der Stahlrahmen mit Unter- und Oberrohren im Mixte-Stil (bei all diesen verstrebungen fast schon ein Gitterrohrrahmen) ist ebenso eine Eigenkonstruktion wie die tolle Parallelogrammgabel mit Fox Float Dämpfer und 63mm Federweg. Rund 80 selbst entwickelte CNC-Frästeile kommen beim Dedo zum Einsatz, u.a. die Kurbel, das Emblem, die Gabelbrücken, die Batterie- und Elektronikbox, die Bremsmomentabstützungen und der Kettenschutz. Auch der geteilte Lenker macht ordentlich etwas her. Um hochwertigen Standardteilen doch die Ehere zu geben, dürfen die Vorderradnabe und der Steuersatz von Chris King bei diesem Edelteil nicht fehlen.

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Als Antrieb dient eine Shimano Alfine 8 Nabenschaltung. Gebremst wird mit mächtigen Hope Tech-3 E4 Vierkolben-Scheibenbremsen aus dem Downhillbereich mit 183mm Scheibchen und Goodrich Bremsleitungen. Zur Ausstattung zählt auch eine Supernova E3 Beleuchtungsanlage sowie Brooks Sattel und Lenkergriffe.

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Wer sich das Jaal Dedo leisten möchte, hat genau 22 Mal die Gelegenheit dazu, denn so viele Exemplare werden gebaut. Kostenpunkt: 17.900 Fränkli, macht aktuell 16.600 Euro.


6 Kommentaren

  1. Peter sagt:

    Nicht mein Ding. Die Erschaffer (oder soll man “createurs” sagen, um den Mode-Spekt hervorzuheben?) können nicht ein einziges Semester Technische Mechanik besucht haben, sonst sähe der Rahmen anders aus.
    Es gibt auch schöne eBikes aus Stahl. Das hier ist anders um des anders sein willens.

  2. Iwo sagt:

    Hi Peter,
    bitte nenne hier doch mal ein oder mehere Beispiele für Deiner Meinung nach “schöne” E-Bikes mit Stahlrahmen. Das würde mich sehr interessieren.

    Viele Grüße
    Iwo

  3. ronny hoe sagt:

    vollkommen unnötig und hässlich …

  4. mikesch sagt:

    Erinnert irgendwie an die britischen Scott Motorräder aus der ersten Hälfte des 20sten Jahrhgunderts. Die waren auch bemerkenswert anders als die Konkurrenz.

    Die meisten e-Bikes sehen doch aus, man verzeihe mir den Ausdruck, wie Ommaräder, was vermutlich an der Zielgruppe liegt.

    George Clinten sang einst: if you got funk you got Style. Dieses Rad ist ausgesprochen funky.

  5. Peter sagt:

    Mein Bookmark funktioniert seit Tagen nicht (connection refused).

    Ist auf jeden Fall eine Semesterarbeit und hat einen Vivax-Assist Antrieb (Motor im Rahmen) und den Akku im oversized Unterrohr, die Tretlagerbuchse ist dreigeteilt, im Oberrohr ist nahe am Sattel *eine* S&S-Kupplung (im Oberrohr ist die Elektronik drin). Von Elektro sieht man zwei Rahmenschalthebel(!), die die Elektronik innen bedienen und die Ladebuchse nahe der Steuerkopfs, das wars.

    Schaut um Klassen eleganter als dieses mit dem Geodreieck auf Kästchenpapier arrangierte Ding im Artikel.

    Würde man dessen Rahmen in ein FEM-Programm füttern und realitätsnah belasten, würde man sehen, dass dort wo die hintere Sattelstrebe auf die hinteren Radstreben trifft, der am höchsten belastetet Punkt ist.Die Anbindungspunkte der beiden parallelen Streben um den Akku werden auf Biegung belastet, statt auf Zug/Druck. Natürlich kann man das mit mehr Material ausgleichen, aber das macht dies Ding unnötig schwer und zum *Motor*rad.

  6. Ouasi Nitro sagt:

    Man muß das Bike in natura sehen!

    Ich war im Sommer 2012 mit Freunden bei REWEL in deren Pension oberhalb Bozen’s für eine Woche zu Gast. Neben deren Pension ist auch die Werkstatt, wo die Titan-Kunstwerke vom Meister selber noch geschweißt werden. Wir durften natürlich auch dabei mal über die Schulter sehen. Zufällig ließ zu dieser zeit auch einer der Jaal Gründer dort seinen Titan-Prototyp schweißen und wir durften bei der Endmontage dabei sein und auch ein paar Sätze mit ihm wechseln.

    Wenn man ihn über die Idee reden hört, wie jedes einzelne Teil ausgesucht oder extra fertigen gelassen wurde, merkt man schnell, mit welcher Liebe zum Detail das Bike entstand. Das Ganze mit typisch Schweizer Gelassenheit, aber auch Perfektion bin das kleinste Detail.

    Auch wenn mich E-Bikes – momentan zumindest noch – zielich kalt lassen, aber diese (damalige) Unikat hat meinen Puls ordentlich in die Höhe getrieben. Natürlich ist das Titan nicht ganz unschuldig daran ;- )

    Und klar, das Bike ist a.G. des Preises ehr für die besser situierte Käuferschicht gedacht, aber auch das wurde klar kommuniziert. Haben würde ich es trotzdem gern…

    Sehr sympathischer Typ, sehr sympathisches Konzept, sehr sympathische Marke!
    Achja und Herr REWEL ist auch total dufte!

    Falls Bilder zur Entstehung des Rahmens gewünscht sind und diese nicht gegen die Benutzerrechte von Jaal verstoßen, stelle ich gerne einen Link dazu ein.

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