Framebuilder-Friday: ROBERTONE

Eine weitere Neuentdeckung auf der diesjährigen Kolektif Bike Fair in Berlin war die noch junge Marke ROBERTONE. Angezogen von aufwendig gestalteten Details und knalligen Farben haben wir uns mit Robert Heim, dem Macher hinter ROBERTONE, im Nachgang zu einem kleinen Interview verabredet.

Wir würden uns freuen, wenn du dich kurz vorstellen könntest. Wer bist du, was machst du, wo kommst du her?

ROBERTONE kommt aus Hamburg und produziert exklusive Rennräder aus Stahl. Der Name wird italienisch ausgesprochen, die Marke versteht sich als Hommage an italienisches Design – insbesondere der 80iger und frühen 90iger Jahre. Ich selbst komme aus dem Süden – aus Karbach in Unterfranken, also aus Hamburger Sicht fast schon Italien – ich bin aber schon mein halbes Leben in der Hansestadt zu Hause.

Wie bist du zum Radsport gekommen?

Ich bin ehemaliger Straßen-Rennfahrer im Verein RV Concordia Karbach, und bin für das Team des Landesverbands Bayern gefahren. In Karbach hat der Radsport eine sehr lange Tradition, mit 11 Jahren saß ich zum ersten Mal auf einem richtigen Rennrad und konnte dann in meiner aktiven Zeit einige schöne Erfolge feiern, z.B. den Sieg bei „Rund um Düren“ oder den 10. Platz bei der deutschen Meisterschaft im Einzelzeitfahren. Ich war der klassische Roller, und insbesondere bei Kriterien sehr erfolgreich.

Was fasziniert dich am meisten am Produkt „Fahrrad“?

Für mich ist das Fahrrad eines der schönsten Dinge überhaupt. Um genau zu sein: das Rennrad. Ich hatte das Glück in einer Zeit aktiv zu fahren, in der man die heute sehr gesuchten Klassiker-Perlen noch im Rennen gefahren ist. Mein erstes eigenes Rad war ein Alan Record in Gold mit Campagnolo Super Record Ausstattung – ohne Index und mit Riemchen. Später fuhr ich dann u.a. einen Türkis-Rosanen Basso Loto mit der ersten Dura-Ace STI. Meine Kontrahenten fuhren Panasonic PR 6000, Colnago Master, Enik, Ciöcc, Santoni, De Rosa usw. Der ein oder andere Carbon Renner von TVT, Alan oder Vitus war auch schon zu sehen. Als ich das erste FES Zeitfahrrad bei meinem Landesverbandstrainer im Kofferraum sah bin ich fast vor Begeisterung umgefallen. Es ist also nicht so, dass mich nur Stahl fasziniert, aber meistens schon.

Was für Fahrräder gibt es bei ROBERTONE?

ROBERTONE = Rennrad. Im Fokus steht bei mir also alles mit dünnen Reifen, wobei natürlich auch mal ein Crosser oder „Schotter“-Rad dabei sein darf. Bei ROBERTONE findet man gemuffte, klassische Stahlrahmen mit allen Extras, die man sich wünschen kann: Verchromungen, polierter Edelstahl, Pantographien usw. Wer einen modernen cleanen Look mag, der bekommt bei ROBERTONE geschweißte oder muffenlos gelötete Rahmen mit Stahl- oder Carbongabel. ROBERTONE steht vor allem für hemmungslose Freude an Farbe, Farbkombinationen und Designs. Das gehört für mich zum Radsport und zur Radkultur einfach dazu.

Was macht deine Räder besonders? Worauf legst du besonderen Wert?

Alle ROBERTONE Räder sind Einzelanfertigungen und können ganz auf die Vorlieben der Fahrer zugeschnitten werden: bei der Materialwahl, der Geometrie, dem Design, der Veredelung und auch der Ausstattung. Es geht mir darum, das Mögliche auszuloten – auch das, was heute kaum oder nur selten gemacht wird.

Wo werden die ROBERTONE Bikes hergestellt?

ROBERTONE Rahmen werden in Italien und Deutschland handgefertigt. Die Lackierungen und Kopfschilder kommen aus Deutschland, meine ersten ROBERTONE Mützen sind in Frankreich gefertigt. Ich habe sehr tolle Menschen gefunden, die ihr Handwerk wirklich mit Liebe machen, mit denen ich mich blind verstehe, und die mir ermöglichen, ein Gesamtpaket zu schnüren, das höchsten Ansprüchen genügt.

Die Ausstattungsteile der Räder werden sorgfältig gewählt, um den edlen und sportlichen Look der Räder stilecht zu unterstreichen. Handgravuren einzelner Komponenten sind auf Wunsch ebenfalls realisierbar.

Hast du schon mal einen Rahmen selbst gelötet?

Ja, natürlich – meinen ersten ROBERTONE Universal 4C, der auch in meinen Hausfarben lackiert wurde. Wenn ich auf einem Rad sitze habe ich aus meiner Rennfahrer-Zeit ein sehr gutes Gespür für Fahreigenschaft, Geometrie und Feinheiten – beim Bauen habe ich gemerkt, dass ich auch mit Feile und Lötbrenner schnell eine gute Beziehung zum Rad hatte. Mein Fokus mit ROBERTONE liegt aber auf einem kompromisslosen und individuellen Gesamtpaket aus Design, Rahmenbau und Veredelung, was aus einer Hand sonst schwer zu bekommen ist.

Wo kann man dich finden und wie viel Zeit sollte man derzeit für ein neues ROBERTONE mitbringen?

Persönliche Termine mache ich nach Absprache in meinem Showroom in der Thadenstraße 136 in Hamburg. Im Web bin ich unter robertone.cc zu finden. Die Fertigungszeit ist immer individuell und auch abhängig vom gewünschten Gesamtpaket und Verfügbarkeiten, aber man kann aktuell als grobe Orientierung von 2-4 Monaten ab Auftragserteilung ausgehen.

Foto-Credit: Florian Arva

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