Ein Herz aus Stahl: 10 Fragen an Eisenherz-Bikes

Manchmal kann ich es auch als professioneller Texter einfach nicht lassen, fremde Texte zu klauen und mir das mühevolle Formulieren zu ersparen.

Beispielsweise bei Eisenherz, dem Vintage- und Retrorad-Designer, Wiederaufbauer und Veredler aus Düsseldorf. Er schreibt: “Jedes Eisenherz Bike ist ein Design-Projekt und nicht nur ein Fahrrad! Wunderschöne Vintage-Stahlrahmen werden mit brandneuen Komponenten, mit “New Old Stock” oder Vintage-Teilen – die ich auf Teilemärkten, in alten Bikeshops oder bei Sammlern finde – kombiniert und sorgfältig aufeinander abgestimmt. So wird jedes Rad zum Unikat und unterstreicht im urbanen Leben die Individualität seines Besitzers.”

Tja, was soll ich da noch sagen? Stattdessen frage ich lieber Klaus Hogrebe, den Ritter Eisenherz, der so nett war, mir meine neugierigen 10 Fragen zu beantworten:

1. Seit wann gibt es Eisenherz und wie bist Du auf die Idee gekommen, Eisenherz zu starten?
Eisenherz gibt es nun seit Mitte 2009. Als gelernter Goldschmied und Dipl. Produktdesigner hat mich schon immer das Material Metall, Stahl besonders, interessiert. Dazu kommt die Leidenschaft für den Rennradsport. Da lag es nahe, beides zu verbinden.

2. Wie würdest Du Deine Arbeit selbst beschreiben? Bist Du Fahrradhändler, Rad-Designer, Sammler oder ein Mix aus allem?
Ich würde mich eindeutig als Rad-Designer beschreiben. Das Design vieler moderner Räder ist sehr auf Funktionalität ausgelegt. Oder sie dienen als reine Sportgeräte. Rennräder die im urbanen Leben benutzt werden und dabei auch noch die Individualität ihres Besitzers unterstreichen, sind eine neue Herangehensweise.

3. Was bedeutet Stahl als Rahmenmaterial für Dich?
Als Produktdesigner habe ich viel mit einem befreundeten Stahlbildhauer zusammen gearbeitet. In dieser Zeit habe ich mich ausgiebig mit diesem Material auseinandersetzen können. Stahl ist mein Material und für mich das einzige Material aus dem ein Rahmen gemacht sein sollte.

4. Gibt es Kunden, die nach dem Gewicht der Räder fragen und was sagst Du ihnen?
Natürlich gibt es die immer wieder. Aber der größte Teil meiner Kunden ist nicht auf der Suche nach einem Sportgerät, sondern nach einem Design-Bike und da tritt der Aspekt Gewicht in den Hintergrund.

5. Warum sollte man eines Deiner Räder fahren und nicht z.B. einen modernen Singlespeeder á la Fixie Inc.?
Eisenherz-Bikes haben alle eine Geschichte. Bevor Sie poliert in meiner Werkstatt stehen, wurden sie meist lange Zeit im Keller vergessen, bevor sie wieder entdeckt wurden.  Kombiniert mit NOS und modernen Komponenten werden Sie zu einzigartigen Bikes, die im Vergleich mit „Rädern von der Stange“ eine besondere Faszination ausüben. Denn die Dinge, mit denen man sich umgibt, haben eine Aura, eine bestimmte Ausstrahlung, man spürt die Zeit und die Leidenschaft, die jemand bei der Herstellung investiert hat.

6. Woher kommen Deine Kunden? Aus der Region oder auch darüber hinaus?
Sowohl als auch. Düsseldorf als Medien-Stadt stellt natürlich die richtige Zielgruppe. Aber ich verkaufe auch international. Viel nach Skandinavien! Vor kurzem zum ersten Mal auch nach Japan.

7. Wie siehst Du den Vintage- und Retrotrend bei Fahrrädern? Ist er schon wieder vorbei oder startet er gerade erst durch?
Ich glaube, der steckt noch in den Kinderschuhen. Das Handwerk und die Liebe zum Detail, mit der damals Rahmen zusammengesetzt wurden, üben eine besondere Faszination aus, die über einen Trend hinaus geht.

8. Wie viel Zeit hast Du selbst noch zum Radfahren?
Da ich einen kleinen Sohn habe, der viel Zeit beansprucht, komme ich leider viel zu selten zum Radfahren. Aber ich nutze jede Gelegenheit, die sich bietet.

9. Was für ein Rad fährst Du selbst am liebsten?
Am liebsten fahre ich mein 70er Jahre Superia aus Ishiwata 022er Rohr. Wer braucht da ein Rad aus Aluminium?

10. Was sind Deine nächsten Projekte bei Eisenherz?
Ich unterrichte an der Fachhochschule Düsseldorf das Fach dreidimensionale Kommunikation/Grafik Design und plane ein Illustrations-Projekt auf Stahlrahmen mit einigen meiner Studenten: Retro-Renner als Kunstwerk.

Vielen Dank Klaus!
Übrigens: Die knapp Millionen toller Bikes auf der Eisenherz-Website zu zeigen, überfordert mich dann doch etwas. Schaut Euch am besten einfach den Eisenherz Flickr-Fotostream an und genießt in aller Ruhe, wie Klausens Herz aus Stahl altem Eisen neues Leben einhaucht.

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4 Kommentaren

  1. Stefan K. sagt:

    “Manchmal kann ich es auch als professioneller Texter einfach nicht lassen, fremde Texte zu klauen und mir das mühevolle Formulieren zu ersparen.”

    Aha.. was ist das denn für eine Ausrede. Da schaue ich mir aber lieber die Texte bei dem an, der sie eigens professionell formuliert hat und weiß, was er schreibt. :-)

  2. Iwo sagt:

    Das war eigentlich keine Ausrede, sondern ein Kompliment an Klaus für seine gelungene Formulierung, mit einem kleinen Augenzwinkern. Klaus hat es übrigens nicht gestört. Aber dieses Recht steht natürlich jedem Leser zu.

    VG
    Iwo

  3. Stefan K. sagt:

    ach so.. jetzt habe ich es verstanden.. als überfliegender Leser denkt man zunächst, dass Eisenherz diese Aussage macht.. trifft ja auch mal zu.. aber dann ist ja alles gut! Sorry an Iwo! Ich sollte mal genauer lesen..

  4. Iwo sagt:

    Kein Problem ;o)

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