Zum Beispiel Fuji: Alibi-Bikes in Stahl

Gerade bei großen Bike-Herstellern, die im Radsport aktiv sind und auf Carbon und Alu als Rahmenmaterial setzen, hat man immer wieder den Eindruck, dass Stahlbikes im Sortiment nur als Auffüllmaterial dienen und ziemlich bemüht das Image fördern sollen, anstelle eine ernst gemeinte Position in der Produktpalette einzunehmen.

Diese Form von Alibi-Stahlbikes wird dann auch noch allzu oft als Basis für Singlespeeder genutzt – man will ja am Ball bleiben und ein wenig vom Trendkuchen knabbern.

Gute Beispiele dafür bilden meiner Meinung nach die “Urban”-Modelle von Fuji. Stahlbikes wie das Fuji Feather als Track Bike Verschnitt bzw. das Feather CX als gedachter Singlespeed-Crosser und das Fuji Declaration als softe Singlespeed-Variante kommen zwar in lauter Aufmachung daher, lassen aber jede eigene Inspiration vermissen. Das alles hat man an anderer Stelle schon (besser) gesehen.

Die wenig hochwertige Komplettausstattung und der günstige Preis von 689 Dollar (= 530 Euro) für die Feder bzw. 589 Dollar (= 450 Euro) für das Declaration zeigen, woher der Wind weht: hier sucht man nach einem günstigen Einstieg in eine junge Zielgruppe.

Das ist aus Sicht von Fuji natürlich legitim. Und immerhin deutet die relativ breite Stahlpalette auf ein gewisses Engagement hin. Bei anderen Herstellern findet sich da wirklich nur ein trauriges Einzelmodell.

Trotzdem: ob das wirklich dazu beiträgt, die Marke attraktiver zu machen und sich neue Kundenschichten zu eröffnen, darf bezweifelt werden. Es fehlt schlicht und einfach ein eigenes Profil, wie es beispielsweise kleine Hersteller in der Singlespeed-/Fixie-Szene entwickelt haben. Aber derartige Quersubventionierungungen (das unterstelle ich einfach mal) findet man immer wieder: die Verluste der Stahlbike-Sparte werden durch die Gewinne des übrigen Sortiments ausgeglichen.

Wie gesagt: völlig legitim, aber letztendlich irgendwie doch nur ein Alibi und keine wirkliche Bereicherung der Stahlbike-Szene.

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3 Kommentaren

  1. Nils sagt:

    Sicher ist das nicht die wirkliche Ausrichtung von Fuji, aber die ganze Urban Serie ist mit Stahlrahmen bestückt, insgesamt also 7 Räder.
    Auch finde ich die Cross-Feder ein gute Grundlage für Einsteiger, da sowohl Singlespeed, Naben- und Kettenschaltung gefahren werden kann (Schaltauge am Ausfallende).
    Dann passen offensichtlich 35er Reifen, so dass der Rahmen eine schöne Grundlage für ein Alltagsrad sein kann. Dafür ist der Preis dann wirklich OK.
    Außerdem finde ich das Porteur wirklich hübsch. Da ist auch der Preis ziemlich heiss (€ 430)

  2. potsdamradler sagt:

    Schließe mich dem Vorredner an. Gute Konzepte sind entscheidend und wer die anbietet ist mir eigentlich egal. Die Sache hat ja auch was gutes; je mehr Stahl verkauft wird, destso teurer wird künftiger Sondermüll ;)

    Nette Seite Iwo.

  3. Eric Röber sagt:

    Es ist ja nicht so das Fuji keine Tradition mit Stahlrahmen Bahnrädern hätte. Von Anfang der 70er bis in die 80er hatte Fuji genau diese Räder im Angebot. Nur hießen sie da nicht Feather sondern Intermediate Track usw.
    Mit dem Hintergrund finde ich es nicht korrekt diese Räder als Alibi Bikes zu bezeichnen. Eher sind es Replica der alten Klassiker.

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