Wieder da: Fat Chance Yo Eddy

Wenn Legenden nach längerer Abstinenz wieder ins Rampenlicht treten, gibt es in der Regel einen großen Knall, was die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit bzw. der treuen Fan-Gemeinde angeht. Dieser Knall muss in der Lautstärke jedoch nicht immer dem tatsächlichen Endprodukt entsprechen.

Nachdem Chris Chance seine Marke Fat Chance über eine Kickstarter-Kampagne und 130.000 Dollar (!!!) eingesammeltes Geld wiederbelebt hatte, ist nun das dort präsentierte Endprodukt käuflich zu erwerben.

Das MTB-Modell Yo Eddy ist als 650B und 29er Variante mit True Temper Stahlrahmen in 4 Größen, tapered 44mm Steuerrohr, Direct Mount Umwerfer und Steckachsen-Ausfallenden hinten für 1.699 Dollar zu haben.

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Auf meiner Suche nach raffinierten Konstruktionsdetails bin ich leider nicht fündig geworden. Bis auf die Aufkleber und die 4 Lackierungen mit Funky Namen wie „Arrest me Red“ oder „Grello Yellow“ konnte ich wahrlich nichts Besonderes am Yo Eddy entdecken. Allerdings muss ich auch hinzufügen, dass die Leistungsmerkmale des Bikes zum großen Teil auf einer Befragung der Kickstarter-Unterstützer beruhen.

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Bleibt die Frage, ob Chris Chance bei freier Wahl der Mittel das Bike anders gestaltet hätte. Bleibt auch der Hinweis, dass es 2015 nur 150 Rahmen des Yo Eddy geben wird, von denen die meisten wahrscheinlich schon von Kickstarter-Unterstützern bestellt wurden. Aber versuchen kann man es ja Mal.

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Schauen wir mal, wie es mit Fat Chance weitergeht. Der Kultfaktor der Marke wird aber jede Menge zur Wiederbelebung beitragen – aber nur, wenn letzten Endes auch das Produkt stimmt.


3 Kommentaren

  1. retorix sagt:

    Ich kann jedes deiner Worte nur dick unterstreichen. Als alter Mountainbiker hatte ich mir von Chris mehr erwartet, als alberne Sprüche.

  2. Christoph sagt:

    Ich hatte lange ein Original, gekauft 1993, nachdem mir mein bester Freund ein Jahr lang von seinem 1992er vorgeschwärmt hatte. Das Design war damals moderner, die Reifenfreiheit größer, die Sitzposition aggressiver als bei fast allen anderen Rädern aus dieser Zeit. Die praktischen Nachteile waren aber gravierend: Mit 20 cm Überhöhung durch die niedrige Front und den 135 mm langen 0°-Vorbau war jede Steilabfahrt ein Abenteuer, der 1″-Gewindesteuersatz war durch die knüppelharte gerade Starrgabel ständig hin, und „mehr Reifenreiheit“ hieß damals auch nur, dass 2.25″-Reifen schleiffrei durchgingen, solange es nicht schlammig wurde. Der größte Mangel war aber, dass die angeblich „gasdicht geschweißten“ Rohre natürlich nicht wirklich dicht waren, sodass durch Mikrorisse Feuchtigkeit ins Innere gelangte und der Rost bis zum plötzlichen Rahmenbruch unbemerkt sein Werk verrichten konnte. Das unten geschlossene Sitzrohr ohne Ablaufbohrung war eine besonders clevere Erfindung, die bei meinem Freund trotz angemessener Fürsorge nach jeder Regenfahrt dann auch irgendwann Ende der 1990er, als durch die bereits erfolgte Abwicklung von Fat City Cyles keine Garantieansprüche mehr geltend zu machen gewesen wären, zum Exitus seines Yo!Eddy geführt hat. Meiner lebt wahrscheinlich noch; nach der ersten Fahrt auf einem zeitgemäßen Hardtail im Jahr 2000 war der Wunsch nach echtem Fahrspaß stärker als die nostalgischen Gefühle, und ich konnte Eddy leichten Herzens ziehen lassen.

    Zu der Neuauflage: Bräuchte ich heute noch ein MTB, dann ganz sicher nicht dieses.

  3. Daniel sagt:

    …nach langer Wartezeit bin ich nun endlich stolzer Eigentümer eines der ersten 2015er Yo Eddy 2.0 Rahmen! Das schöne Stück ist traumhaft verarbeitet und läßt sich vielseitig einsetzen. Ob als „CC-Feile“ oder als „Trail-bike“ – auf dem neuen Yo Eddy fühlt man(n) sicher jederzeit rundum wohl :-). Ride fast, live slow, feel FAT :-)).

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