Signal Saltzman: Produktionsrenner mit Maßrahmenflair

Mal ehrlich: auf so eine Idee kann eigentlich nur ein amerikanischer Rahmenbauer kommen.

Man nehme einen unverwüstlichen Stahlrohrsatz von Columbus, löte das Ganze muffenlos zusammen (Fillet Brazed), verpasse dem Set lässige S-Bend-Hinterbaustreben und eine klassisch gemuffte Gabel, lege der Konstruktion eine entspannte Geometrie mit Schutzblechoption zugrunde und komplettiere alles mit einer Shimano-Gruppe, Chris King Headset und robusten Mittelklasse-Komponenten plus handgebauten Laufrädern mit DT Swiss Felgen. Diese stählerne Idee verpacke man dann in 5 Standardgrößen und zwei Farben und biete alles zum Komplettpreis an.

Nichts Ungewöhnliches? Im Grunde schon, aber die fixe Idee des sportlich-komfortablen Rennrads für alle Fälle scheint vor allem in den USA (und vielleicht noch dem regnerischen Großbritanien) zuhause zu sein.

Sehr gelungen umgesetzt, wie ich finde, wurde sie jetzt von Signal Cycles mit ihrem nagelneuen Modell Saltzman. Nicht ganz so alltäglich ist allerdings, dass ein Maßrahmenbauer ein eigenes Produktionsmodell anbietet. Das scheint zwar ein langsam wachsendes Pflänzchen im Markt zu sein, hat sich aber noch nicht als weitverbreitetes Geschäftsmodell durchgesetzt.

Eigentlich schade, denn ich bin mir sicher, dass einige Radler gern die Exklusivität einer kleinen Rahmenbauschmiede unter dem Allerwertesten (und im Auge des staunenden Betrachters) haben möchten, jedoch nicht wirklich einen Maßrahmen benötigen – und außerdem schon gar keine Lust haben, monate- oder sogar jahrelang darauf zu warten.

Wem das so geht oder wer ganz andere Gründe hat, sollte vielleicht einen Blick auf das Signal Saltzman werfen. Für 3.300 Dollar (ca. 2.330 Euro) mit Shimano 105er und für 3.900 Euro (ca. 2.750 Euro) mit Ultegra-Gruppe zu haben – natürlich plus Mehrwertsteuer, Lieferung und Zoll.

Aber das in wirklich sehr schöner Form. Und mit der Gewissheit, ein Produktionsrad mit Maßrahmenflair zu fahren, dem man auf deutschsprachigen oder benachbarten Straßen kaum ein zweites Mal begegnen dürfte.


3 Kommentaren

  1. Ingo sagt:

    Schöner Ansatz, wobei ich nie verstehen werde, wie man bei (Stahl-)Rennrädern mit dem Designansatz Shimano verbauen kann und dann auch noch ne 105er.
    Eine Veloce würde dem rad besser stehen.

  2. Iwo sagt:

    Stimmt, aber ich glaube, es ging ihnen darum, „in jedem Radgeschäft um die Ecke“ irgendwelche Ersatzteile zu bekommen, was auch ein bisschen komisch ist, da das ja kein Reiserad ist, mit dem man durch Urwälder und abgelegene Gegenden fährt. Und wie oft geht an Campateilen was kaputt, wenn man sie einigermaßen pfleglich behandelt?

    So what … schönes Radl.

  3. Ingo sagt:

    richtig, doch die Ersatzteile die Jedermann ersetzen kann, bekommt man mittlerweile auch für Campa in jedem Laden, wie Zuge, Kette usw. auch wenns dann nicht mmer original Campa ist, sondern vielleicht ein KoolStop Belag ist oder gar eine Shimano Kette. Und wenns was schlimmeres ist, wie etwa am STI bzw, Ergopower, sind eh die meisten Läden überfordert. Aber auch da ist mir ein defekter Ergopower lieber als STI. aber wie du sagst so what!

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