Klarer Fall: Vintage-MTB für den Stahlrahmen-Blogger

Nachdem ich schon länger auf der Suche nach einem Zweitrad zum Vogel Randonneur war, mit dem ich auch mal ein paar Forstwege unsicher machen und auf Reisen jedes Terrain unter die Räder nehmen könnte, bin ich vor einigen Wochen bei einer relativ bekannten Internet-Auktionsplattform auf dieses Schätzchen gestoßen.

Ein schönes, klassisches MTB mit slope-freiem, geschweißtem Stahlrahmen, Stahlgabel und einer kompletten Sachs Quarz Gruppe in tollem Zustand. Der Rahmen wurde vom Vor-Vorbesitzer entlackt und nur klarlackiert, wobei der Klarlack in der Zwischenzeit schon einige Macken abbekommen hat. Dennoch präsentiert sich der Rahmen praktisch (flug)rostfrei. Laut Vorbesitzer (der es aber auch nicht genau weiß) könnte es sich um einen Marin-Rahmen handeln.

Vielleicht geben die Detailfotos den Vintage-MTB-Kennern unter Euch ein paar Hinweise, durch die man auf den Rahmenhersteller schließen könnte. Wenn nicht … auch egal. Markant finde ich die komplett auf dem Oberrohr verlegten Züge, das kleine Gusset unter dem Unterrohr, die “Sternchen” an den Flaschenhaltergewinden und die Ritchey Ausfallenden. Die Hauptrohre des Rahmendreiecks sind leicht querovalisiert. Außerdem gibt es Schutzblechgewinde.

Zum Rahmenset gesellte sich eine so gut wie neue Sachs Quarz Gruppe. Zumindest Schaltwerk, Umwerfer und Gripshift-Schalter sind ziemlich makellos, die von Sugino produzierte Quarz-Kurbel hat dagegen schon deutlich gelitten. Die mitgelieferten Laufräder mit ebenso neuwertigen Quarz-Naben, aber doch etwas abgefahrenen Mavic-Felgen habe ich durch einen hübschen Laufradsatz aus Galli-Felgen und Corratec-Naben in pink ersetzt. NEIN, die Naben sind nicht verkäuflich ;o)

Auch die montierten Shimano XT V-Brakes kommen ohne jeden Kratzer daher und sind absolut neuwertig. Ansonsten habe ich nur die Bremsbeläge getauscht, die alte MTB Lenker-/Vorbau-Kombi durch einen verstellbaren Vorbau und Tourenlenker mit Korkgriffen ersetzt und meinen Selle An-Atomica Ledersattel montiert.

So kommt das Schätzchen komplett mit Pedalen auf 11,4kg. Und es fährt sich sensationell spritzig und flott.

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8 Kommentaren

  1. steffen sagt:

    Ein Marin mit kompletter Zugverlegung auf dem Oberrohr ist eher ungewöhnlich.
    Ich tippe auf Alpinestars.

  2. mm sagt:

    Hallo

    , ist kein marin wegen der Zuganschläge und den Ausfallenden. Tipp: checker pig

  3. Isarpilot sagt:

    Marin wäre am hinteren Ausfallende gestempelt.

    So wie hier zu sehen:

    http://fstatic1.mtb-news.de/img/photos/9/8/4/5/6/_/large/DSC05547.JPG

  4. potsdamradler sagt:

    Der Rahmen sieht ja Superschön aus!! Korrosionschutz auf Dauer ist mit Klarlack hier nicht möglich (Ausnahme: Edelstahl). Winterlauge ;( bspw..

    Naja, ich kann mich ja irren.. Hoffentlich!

    Greetz

  5. Thomas sagt:

    Hallo, ich hatte den identischen Rahmen, leider mit Delle. Rad war mit einer schwarzen Deore LX aufgebaut, schönen Campa Felgen, konifizierten Speichen, 32 Loch. Habe auch reichlich im Internet nach Infos gesucht. Bin mittlerweile zu der Erkenntnis gekommen, das es ein Rahmen von der Firma “Team H+H” ist. Meines Wissens war das eine Werbeagentur (Haas + Hummelsiep). Der Sohn (Dennis) des Firmeninhabers ist lang MTB-Rennen gefahren. Um ihn herum wurde dann das Rennteam “Team H+H” gegründet und auch Räder verkauft. Die Rahmen wurden natürlich nicht selber gebaut, sondern zugekauft. Habe auch schon spätere Modelle in gelb/schwarz in Alu gesehen mit einem grossem “D” im Ausfallende. Die Aluteile sollen von der Firma Dynamics (nicht Stadler – noch eigenständig) gemacht worden sein. Es wurden auch Titanrahmen verkauft, welche die Firma Wheeler beigesteuert haben soll. Als der Sohn irgendwann keine Rennen mehr gefahren ist, war es irgendwann auch das Ende vom Team und auch der Bikes. Ein ganz seltenes Rad. Thomas

  6. Thomas sagt:

    Sorry nochmal. Die Rahmen waren damals absichtlich so lackiert. Erst kam die titanfarbene Lackierung und anschließend Klarlack. Bei mir ist der Klarlack auch in einem nicht wirklich tollen Zustand gewesen. Stahlrahmen die nach Titan aussehen, waren damals ziemlich angesagt (Alpinestars usw.). Gruß Thomas

  7. Iwo sagt:

    Hi Thomas,

    danke für die Hinweise. Von H+H habe ich tatsächlich noch nie gehört. Und dass unter dem Klarlack noch ein titanfarbener Lack ist, würde zumindest die praktisch nicht vorhandenen Roststellen erklären. Wie auch immer: der Rahmen sieht einfach klasse aus, egal von welchem Hersteller.

    Viele Grüße
    Iwo

  8. klaus sagt:

    Hi,
    bin kein besonderer Fachmann oder Vintage-MTB-Kenner. Habe für mein Projekt im net nach Anregungen gesucht und bin so zu Deinem Rad geraten. Baue mir gerade mein erstes Retro-MTB auf. Der Rahmen den ich dazu verwende sieht exakt aus wie der von Deinem Bike ( übrigens sehr schön !). Stahl, unlackiert, kein Rost !, sehr leicht (1850 g, ohne Gabel). Einzig die Anlötteile für die Flaschenhalter sind bei mir anders, nämlich einfach rund.
    Verbaue eine Struts Starrgabel aus Stahl von meinem ersten MTB aus Anfang 90.
    Der Rahmen ist ein Fuji Stout Light (CroMo, Butted Tubing).

    Viele Grüße,
    Klaus

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