Selle An-Atomica Titanico: Komfortleder fürs Sitzfleisch

Nach dem Nitto Noodle Praxistext möchte ich wie angekündigt nun auch ein paar warme Worte zum Selle An-Atomica Ledersattel an meinem Vogel Randonneur sagen.

Mir ging es bei der Sattelwahl nicht darum, zwingend einen Ledersattel fahren zu wollen, sondern darum, nach einigen gesundheitlichen Problemen DEN Sattel zu finden, der mir weiterhin das Radfahren garantieren sollte.

Der Selle An-Atomica war mir zuerst auf der Berliner Fahrradschau 2011 am Stand von Merileth aufgefallen. Nach Web-Recherchen unter primär amerikanischen Nutzern beschloss ich im Winter, dem Teilchen eine Chance zu geben. Das Ergebnis: ich werde wohl nie wieder einen anderen Sattel fahren!

Warum? Nun ja, er passt einfach wie angegossen zu meinen relativ breiten Sitzknochen und meinen Fahrgewohnheiten. Die nutzbare Sitzauflage ist wirklich breit und die extrem lange Aussparung entlastet tatsächlich, ohne mit scharfen Kanten zu nerven. Die per Spannschraube einstellbare Federwirkung der Lederdecke lässt sich individuell an Gewicht und Gewohnheiten anpassen.

Hier ist zu erwähnen, dass die erste Modellserie (das braune Modell), deutlich weicher war und ziemlich oft nachjustiert werden musste. Die aktuellen Sättel (hier schwarz) sind spürbar härter, ca. 1 cm kürzer und bauen etwas höher. Während ich bei der braunen Variante direkt nach dem Kauf die Schraube schon um ein Drittel nachdrehen musste (bei 73kg Gewicht) und diese nach nur einem Jahr fast schon das Ende der Spannbarkeit erreicht hat, konnte ich die neue schwarze Version ab Werk ohne zusätzliches Schraubendrehen fahren.Und das dürfte bei dem spürbaren Härteplus auch noch dauern …

Ein weiterer Vorteil ergibt sich durch das wasserfeste Leder. Man muss den Sattel tatsächlich nicht nachfetten, er steckt Schweiß und Nässe ohne Murren weg. Außerdem sieht er klasse aus und ist top verarbeitet.

Zugegeben: mit 179 Euro ist das gute Stück nicht ganz billig. Aber gar nicht oder nur unter Schmerzen radzufahren macht auch keinen Spaß. Für mich er ist er einfach perfekt. Er ist sehr komfortabel und entfaltet eine eigene Federwirkung, ohne (wie andere Komfort-gepolsterte Sättel) nach kurzer Zeit schon unsitzbar zu werden. Das Credo “Hart sitzt länger” gilt hier absolut nicht. Aber wie auch beim Nitto Noodle Lenker ist das eine vollkommen individuelle Einschätzung, die sich auf andere nicht übertragen lässt.

Aktuell gibt es den Selle An-Atomica übrigens in 3 Varianten: als Titanico Legacy für Menschen unter 55 kg, als Titanico für alle bis 85 kg und als Titanico X für Schwergewichte bis 130 kg.

Wie der Sattel gebaut wird, seht Ihr hier:

 

Made in Wisconsin from Selle An-Atomica on Vimeo.

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4 Kommentaren

  1. Christian sagt:

    Wie verhält sich der Sattel bei (Stark-)Regen? Das mit der Öffnung würde mir beim Parken im Regen Sorgen machen.

  2. Iwo sagt:

    Er verhält sich eigentlich wie jeder Nicht-Ledersattel: wird nass und trocknet wieder. Bisher keine Probleme. Aber ich nutze ihn auch nicht als Alltagssattel und lasse ihn deshalb kaum im Regen stehen. Wenn es regnet, sitze ich in der Regel drauf.

    Viele Grüße
    Iwo

  3. Micha sagt:

    Habe das gleiche äußerst ärgerliche Problem mit dem ausgeleiertem Leder nach gerade einmal 1 Jahr / 6000km. Nichts desto trotz: er war wirklich bequem. Ist bereits der normale (neue) Titanico stärker gefertigt als der alte? Oder ist das getestete schwarze Modell ein Titanico X?

  4. Iwo sagt:

    Hi Micha,

    nein, das ist der “normale” Titanico. Der Unterschied zum alten ist wirklich deutlich spürbar.

    Viele Grüße
    Iwo

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