Der Stahlrahmen-Blogger

Dieses Stahlrahmen-Blog entstand aus einer nunmehr fast 25 Jahre dauernden Begeisterung für den Werkstoff Stahl als Basis für Fahrradrahmen. Diese kombinierte ich mit meinem Job als freiberuflicher Konzeptioner, Werbe- und PR-Texter, und schwupp ist der Stahlrahmen-Blog fertig.

Warum mache ich so was? Über diesen Blog möchte ich meine Begeisterung mit anderen Stahlrahmen-Fahrern und –Fahrerinnen teilen. Und ich möchte eine Plattform bieten, auf der man Neues über Stahlrahmen-Manufakturen und ihre Produkte erfährt, ohne permanent über unzählige Websites surfen zu müssen.

  • Portraits von Rahmenbau-Manufakturen weltweit, die sich dem Werkstoff Stahl und Edelstahl verschrieben haben
  • Produkt-News von großen und kleinen Herstellern
  • Berichte und Reportagen von Bike-Events, auf denen Stahlrahmen-Hersteller präsent sind
  • Verlinkungen zu Communities und Online-Netzwerken von Stahlbike-Fans

Wer ich bin? Mein Name ist Iwo Randoja und ich wohne nahe Rottweil am Rande des Schwarzwalds.

Im Grunde bin ich Zeit meines nunmehr 45-jährigen Lebens nur Fahrräder mit Stahlrahmen gefahren. Warum? Nun, in der Zeit der Kinder- und Jugendräder gab es ohnehin nichts Anderes.

Später, Mitte der 80er Jahre, als ich etwas intensiver Hobby-Radsport betrieb, leitete mir mein erstes „echtes“ Stahlbike den Weg: Ein Einsteiger-Rennrad von Bianchi mit sagenhaft schlechter, aber bildschöner Campagnolo Schaltung, Modolo Corsa Bremsen und 2×5 Gängen, das mich brav auf die höchsten Schwarzwälder Berge trug und verblüffenderweise sturzfrei wieder hinunter brachte.

Nach einjähriger Pause wegen zweier Auslandssemester lotste mich meine ziemlich knappe Studentenkasse zum gebrauchten Komplettrad mit Shimano 600er (2×6) Gruppe und Stahlrahmen-Eigenmarke eines nicht mehr existenten Freiburger Radsportgeschäfts.

Ein lukrativer Job und konsequenter Urlaubsverzicht hievten mich auf die nächste Stahlstufe: In Form eines wunderschönen, gemufften, chromvergabelten, dunkelblauen CIÖCC-Rahmens mit Mannesmann Oria-Geröhr, den ich als Basis für ein individuell kompiliertes Rad wählte: Campagnolo Athena Schaltung, Naben und Kurbel, kultig-blaue CLB-Bremsen und der legendäre San Marco Rolls-Sattel machten aus dem Velo mein stählernes Sahnestückchen. Der Rahmen entsprach exakt dem hier abgebildeten, nur die Komponenten nicht.

Leider kam schon nach einem Jahr das langjährige Aus. Meine Knie wollten nicht mehr so wie ich und machten eine Pause erforderlich, die satte 5 Jahre dauern sollte. Der Wiedereinstieg gelang mit einem günstigen Stahl-Trekkingrad von Villiger, das mir aber schnell zu langweilig wurde, nachdem die Knie ihren Belastungstest bestanden hatten.

Da ich keine Lust mehr auf Rennräder verspürte und ich inzwischen die Stahlrahmen-Baukunst eines gewissen Herrn Nöll entdeckt hatte, fiel die Wahl nicht schwer: ein muffenlos gelöteter Nöll T3 Trekkingrahmen mit Stronglight Delta Steuersatz und FAG Nadax Innenlager als Basis musste her, der Rest wurde eigenhändig angebaut. Das war ca. 1995. Seitdem hat das Rad diverse Komponentenwechsel und erneute Radelpausen überstanden, aber ich fahre es immer noch (mit einem verzeihbaren Intermezzo im Form eines eher langweiligen Stevens Stahl MTB-Hardtails mit kompletter Shimano LX-Gruppe und vollkommen überflüssiger Federgabel).

Das Tolle am Nöll-Radl ist (neben der herausragenden Verarbeitung und faszinierenden Schönheit des Rahmens): Steuersatz und Innenlager funktionieren spielfrei wie am ersten Tag vor 15 Jahren. Dazu kommen derzeit knallrote Avid SD 2.0 V-Bremsen, eine uralte Shimano LX-Kurbel, eine ebenso alte Sachs Neos 3×8 Schaltung mit Falcon-Daumenschalthebeln von Brügelmann und Big Apples von Schwalbe.

Das Ganze befindet sich derzeit im Umbau und wird am Ende mit neuen Xtreme/DT Swiss Laufrädern, einer Stronglight Oxale 2-fach Kurbel, FSA Innenlager, SRAM Schaltelementen und Crankbrothers Pedalen erfreuen.

So sieht es jetzt aus, zusätzlich noch mit roten Jagwire-Zügen, 28er Vittoria Rubino Pro Reifen, Ritchey-Vorbau, Terry Fly Sattel und ca. 1,5 kg leichter:

Immernoch kein Leichtgewicht, stimmt. Aber Geschwindigkeit ist schon lange nicht mehr wichtig und wird ohnehin überschätzt, auch wenn das gute Nöll verblüffend leicht rollt.

Und das hier ist meine neueste Errungenschaft: Ein stählerner Renner aus geschweißtem 4130 CrMo mit gemuffter Gabel in herrlichem RAL 6018. Der Rahmen ist eher inoffiziell, d.h. er war nur die Vorstudie zu einem Prototypen, der vielleicht irgendwann Mal in einen Produktionsrahmen mündet. Freundlicherweise stand er nur rum und wurde mir zum Fahren überlassen. Angebaut habe ich u.a. einen SRAM Apex/Rival-Mix, Fourier-Bremsen, eine Sugino XD Kurbel mit T.A. Kettenblättern, klassische Laufräder mit Novatec-Naben und Mavic Open Pro Felgen und Crankbrothers Pedale. Fährt komfortabel und agil und zieht neugierige Blicke in den grellen Pulverlack und ins gelbe Lenkerband.

Auch das RAL 6018, das in der Zwischenzeit wieder auf Flatbar umgerüstet wurde, wird bald Geschichte sein bzw. nur noch als Winterbike genutzt werden, denn im Frühjahr winkt mein Maß-Randonneur mit kunstvollem Stahlrahmen von Ulrich Vogel und modernem Antrieb mit Rohloff Speedhub und Scheibenbremsen. Ich kann es kaum erwarten!

So, und hier ist er der Vogel Randonneur. Alle Details findet Ihr hier.

Vielleicht fragt Ihr Euch jetzt: Warum immer Stahl? Die Antwort darauf, was mich zum Stahlrahmen-Fan macht und warum weder Aluminium noch Carbon oder Titan jemals eine Chance haben werden, findet ihr unter „Deshalb Stahlrahmen“.

Ich wünsche Euch viel Vergnügen auf dem Stahlrahmen-Blog + viel Rückenwind auf Euren Stahlrahmen-Bikes.

Euer Stahlrahmen-Blogger

Iwo Randoja

P.S. Auch wenn einige Beiträge auf dem Stahlrahmenblog über bestimmte Produkte, Fahrradmarken oder Radhersteller wenig objektiv berichten: diese Beiträge sind NICHT BEZAHLT oder sonstwie in Auftrag gegeben. Um die allseits geschätzte Neutralität zu wahren, wird es auch in Zukunft keine bezahlten oder anderweitig vergüteten Auftragsbeiträge geben.

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59 Kommentaren

  1. Thomas Veidt sagt:

    Moin Iwo,
    neben allem schuften, um aus einer alten Scheune eine schöne Werkstatt zu schaffen, gönne ich mir gerne mal Erholung und Vergnügen: http://elliscycles.com/ellis_video.html
    Mit VIEL Ton zu sich zu nehmen!
    Have a nice day

  2. Jens sagt:

    Falls du mal in B bist. Empfehle ich den Besuch im Giro D’Espresso. Die Adresse für italiensche Caffé-Kultur mit Verbindung zum Radsport.

    Würdest du z.B. einen typischen Stahlrenner mit einer Carbongabel ausrüsten? Ich hatte mir für mein ferrarirotes Basso eine C-Gabel besorgt und bin ins Grübeln gekommen.

  3. Iwo sagt:

    Hi Jens,

    danke für den Tipp. Während der Berliner Fahrradschau werde ich es wohl nicht ins Caffé schaffen, aber das bleibt sicher nicht mein letzter Berlin-Besuch.
    Stahlrahmen mit Carbongabel ist für mich kein Problem. Viele Carbongabeln sind jedoch sehr breit gebaut und passen aus meiner Sicht optisch nicht zum schlanken Rahmen. Gerade einen Vintagerahmen würde ich nicht mit Carbongabel ausstatten. Aber bei einem modernen Rahmen mit Oversize Rohrsätzen kann das klasse funktionieren und aussehen. Es bleibt aber einfach Geschmacksache. Die Gewichtseinsparung gegenüber der Stahlgabel lohnt sich für mich eh nicht, ich möchte dann lieber einen harmonischen Look.

    Viele Grüße
    Iwo

  4. Sehr beeindruckend finde ich die youtubevideos von Zullo-das sind noch richtige Glühfarben! Nix mit Silberlot, sprichwörtliche Italienische Verarbeitung,größter Brenner und hinterher Chrom drüber! Und die TOUR-Forumistas kloppen sich drum.
    Kult aus dem Fahrradland

  5. Michael sagt:

    Hi Iwo,

    Ich gestehe, ich bin noch nicht so vollends dem Stahlrahmen verfallen; neben einem (noch) wenig geschätzten Frühzeit-Stahl-MTB erfreue ich mich auch an einem Carbon-Renner und einem Alu-Crosser. Aber für mein Budget befürchte ich, deine Seite bekommt das hin – irgendwann finde ich den Rahmentyp, dem ich dann tatsächlich verfalle. Zuletzt hat’s mir beim Lesen dieses Citybike von Kurtz aus Ungarn angetan. Wer weiß, vielleicht entdecke ich schon nächste Woche auf der EHBE das nächste Verzaubermittel… Grüße aus München einstweilen,

    Michael

  6. Iwo sagt:

    Hi Michael,

    das kommt schon noch mit der Stahlsucht ;o)
    Vielleicht sieht man sich auf der EHBE, ich bin am Sonntag da.

    Viele Grüße
    Iwo

  7. Michael sagt:

    Hi Iwo,

    Das passt gut, mein EHBE-Tag ist auch der Sonntag – ich würde meinen, da sagen wir uns persönlich hallo! Ich werde dann beizeiten einfach mal durchklingeln…

    Sei gegrüßt,

    Michael

  8. Hermes sagt:

    Hi Ivo!
    Schau am Sonntag bei den Selberbruzzlern vorbei – der Besitzer des oben verlinkten Ciöcc ist auch da ;)
    Schöner lesenswerter Blog btw.
    Bis dann
    M.

  9. Iwo sagt:

    Na klar komme ich bei euch vorbei. Echt, das ist sein CIÖCC? Dann haben wir ja schon mal was gemeinsam ;o)

    Bis Sonntag
    Iwo

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