Aus der Hauptstadt: 5 Fragen an Cicli Bonanno

Unsere Reihe „Aus der Hauptstadt“ neigt sich dem Ende, aber nun geht es weiter mit Nico von Cicli Bonanno, der sich früher, wie kann es anders sein, mit Tom von Meerglas die Werkstatt teilte. Die Berliner Rahmenbauer-Szene ist offensichtlich sehr eng verknüpft und wir steigen direkt ein in ein Kurz-Interview.

Was treibt dich an, wie bist du zum Radsport und dann später zum Rahmenbau gekommen?

Das ist fast eine intime Frage….

Auf jeden Fall ist ein wichtiger Punkt, dass ich selbst meine Räder fahre. Das ist die Basis, ein gutes Produkt zu entwickeln.

Radsport ist immer in meinem Leben da gewesen. Damals, als ich noch in Milano gelebt habe, war das Radfahren ein Familien Ding. Ich erinnere mich noch an die ersten Bergpässe mit meinen Vater: Was für Schmerzen.

Rahmenbau ist sozusagen eine Antwort an meine Mutter, die bei BMW Motorräder als Designerin gearbeitet hat.

Der Anfang: Das erste Fahrrad habe ich für mich selbst gebaut. Das war die Zeit von meine erste Cross-Rennen, jung und begeistert wollte ich mich selbst beweisen, dass ich es schaffen kann.

Erst danach kam die Liebe für dieses Handwerk. Schicksal hat auch eine Rolle gespielt. Die richtige Leute getroffen, am richtigen Zeitpunkt.

Hast du einen Lieblingsrohrsatz?

Ich mische gerne Rohrsätze (meistens Columbus Spirit, Life)

Noch wichtiger bleibt aber für mich die Anwendung und Handhabung des späteren Rades.

Hast du Vorbilder oder Idole?

Ja. auf jeden Fall Dario Pegoretti und sein langjähriger Mitarbeiter Pietro Pietricola.

Als Radfahrer Marco Pantani und Jan Ullrich.

Warum sind deine Rahmen WIG geschweißt?

WIG-Schweißen ist ein sehr ehrliches und unmittelbares Verfahren. Du musst immer 100% da sein und alles andere verschwindet. Das ist für mich ein meditativer Moment für mich. Nichts ist so schön, wie wenn ich mich hin setze und los lege. Je mehr man schweisst, desto besser wirst du.

Was war die größte Herausforderung an einem Projekt bis jetzt?

Lezte Zeit geht sehr viel um Gravel, richtig?

Mein stayloco mit sehr viel Reifenfreiheit und selbst gebogenen Kettenstreben machen die Arbeit schwierig.


An dieser Stelle endet das Interview bereits, aber stayloco ist ein gutes Stichwort! Ein Gravelbike mit starken MTB-Genen, das Nico selbst kürzlich bei der Turin-Nizza Rally gefahren ist und nicht nur auf Schotterwegen, sondern auch auf waschechten Singletrails zum Einsatz kam.

Fakten bzw. Bestellmöglichkeiten für ein Rahmenset wie folgt:

  • Steuersatz: Chris King InSet 7
  • Gabel: ALLYGN/3T Luteus II
  • Tretlager: T47 oder BSA 68 mm 1.370” X 24 tpi
  • Sattelstütze: 31,7 mm
  • Reifenfreiheit: 650B x 2.0 (50 mm)/700c x 44 mm
  • Eigenes Flatmount Ausfallende

Vergleichsweise gegensätzlich ist das  Mogast – das perfekte Rad für die Berge.

Mogast? MO-GA-ST (moritirlo-gavia-stelvio) http://mogast.com/ 

Ein Rennen, das Nico und ein paar Freunde organisieren. Der Rahmen besteht aus Spirit und einigen custom Rohren aus dem Hause Columbus. Komplettiert wird das Rahmenset durch eine Falzgabel von Dario Pegoretti sowie gelaserten Ausfallenden und Zuganschlägen. Im Grunde einfach so minimalistisch, wie möglich.


Preise und Lieferzeiten auf Anfrage

http://cicli-bonanno.com/

Alle Bilder von Stefan Haehnel


4 Kommentaren

  1. Robert sagt:

    die Torino-Nice Rally ist KEIN Rennen :-)

  2. Alex Clauss sagt:

    Danke für den Hinweis, direkt korrigiert und für mehr Info auch verlinkt ;-)

  3. Benni Chaugat sagt:

    Danke für den tollen Beitrag.

    Bitte den Text noch redaktionell überarbeiten!

  4. Alex Clauss sagt:

    @Benni Chaugat. Danke für deinen Hinweis. Ich habe in meinem Text nochmal zwei, drei kleine Fehler gefunden, aber wenn du den Teil mit Nico meinst, ist diese Art des Schreibstils mit Nico’s Hintergrund eben authentisch und deshalb auch (von ihm) gewollt.

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