Nachdem ich aktuell ganz offensichtlich in Arbeit versinke und nicht mal Filme am Montag posten konnte, freut es mich umso mehr, dass es fleißige Leser gibt, die einfach mal einen Gastbeitrag verfassen und diesen auch gleich noch mit eigenen Bildern garnieren.

Roman aus Dresden war vergangenes Wochenende in Bristol, hat einige tolle Räder abgelichtet und seine Eindrücke mit folgenden Worten festgehalten, wenn auch nicht ganz sortenrein ;-)

Bespoked 2019

Letztes Wochenende fand in Bristol zum neunten Mal die Bespoked UK Handmade Bicycle Show in den Hallen der Brunel’s Old Station statt. Vorrangig britische aber auch einige andere europäische und internationale Rahmenbauer, Komponentenhersteller und Marken hatten drei Tage lang die Möglichkeit sich und ihre aktuellen Entwicklungen zu präsentieren.  Das Spektrum reichte dabei von traditionell hergestellten gemufften und gelöteten Stahlrahmen über moderne geschweißte Titan- und Edelstahlrahmen mit 3D-gedruckten Ausfallenden und Komponenten bis zu handgebauten Carbon-Rahmen.

Die großen Gewinner der diesjährigen Show waren Saffron Frameworks aus London und Prova Cycles aus Australien. Die Liebe zum Detail, technische Finesse und Lackierungen der ausgestellten Räder sind wirklich atemberaubend. Während bei Saffron das raffinierte Design und die feinen Linien im Vordergrund standen, wusste Prova mit überragendem ingenieurstechnischen Lösungen (3D-Druck, maßgeschneiderte Steifigkeiten bei Stahlrahmen und Fügetechnologien) und durchdachten Materialkombinationen zu überzeugen.

The Bicycle Academy hatte dieses Jahr wieder einige großartige Exponate auf der Bespoked Show. Neben einer neuen Rahmenschweißlehre für den Rahmenbau, hat TBA einen Prototyp zum abrasiven Gehren der Rahmenrohre vorgestellt.

Darüber hinaus hat sich TBA mit dem britischen MTB-Magazin MBUK hingesetzt und das aus ihrer Sicht für Großbritannien perfekte Hardtail-MTB entwickelt.

Tom Sturdy (Lehrer bei TBA) gewann zudem mit seinem für den 3D-Druck optimierten Titan-Cross Country MTB den Technical Excellence Award.

In der Bilder-Galerie findet Ihr weitere Augenweiden und  Stoff zum Schwärmen.

 

Weitere acht Episoden bekommt man nach und nach zu sehen, wenn man sich in den Newsletter von Officina Battaglin einträgt.

Prädikat sicherlich sehenswert, wenn ich auch inhaltlich beim Thema Rahmenbau und Präzision nicht ganz mit Herrn Battaglin auf einer Linie bin.

The Man of Steel – Episode 1 from Officina Battaglin on Vimeo.

Die Zeit war/ist mal wieder knapp und so gibt es heute noch ein Video von den GCN-Kollegen über die NAHBS 2019. Berichterstattung über alternatives Rahmen-Material darf gekonnt ignoriert werden ;-)

Das Rad von English gleich zu Beginn ist auf jeden Fall ne Ansage und das das Interview mit Petor aka Dear Susan und #pubesmobile allemal sehenswert.

 

 

Dear Susan ist vielen sicherlich bekannt, würde ich jetzt einfach mal behaupten, auch weil er hier schon mehrfach erwähnt wurde.

Seine Kreationen bleiben meist im fotografischen Gedächtnis, weil sie im Grunde fast immer herausstechen, denn Petor hat eine Vorliebe für sogenannte Tall-Bikes.

Bei der jüngsten Kooperation mit Bicycle Pubes ist das Gerät aber in vielerlei Hinsicht leicht eskaliert.

Bevor wir auf das Rad eingehen, vielleicht eine kurze Einführung zu Bicycle Pubes, frei übersetzt Fahrrad Schamhaare oder Schamgegend.

Die einen kennen und lieben ihn, die anderen haben noch nie von dieser Instagram-Fahrrad-Ikone gehört oder kennen und hassen ihn, weil sie diese Art von Humor/Satire nicht verstehen können oder vielleicht auch wollen, weil sie im Grunde ein klein wenig mit und von ihm vorgeführt werden.

Ich würde ihn als aktuellen König der Fahrrad-Karikaturisten bezeichnen, weil seine Kreationen aus Photoshop und MS Paint einfach herrlich sind, er die englische Sprache mehr als beugt und dann noch Markennamen auf eine spezielle Art verunglimpft, das selbst die betroffenen Firmen sich freuen, wenn sie genannt werden. Meistens jedenfalls, wenn man Jan Heine/Rene Hersé fragen würde.

So und jetzt genug geplaudert – Bühne frei für #pubesmobile!


Bilder von Brad Quartuccio

Um die ganze Pracht besser zu verstehen, noch ein paar Fotos unmittelbar nach der Herstellung – making of #pubesmobile

Die ganzen Details, wie z.B. das per Paul-Canti betätigte Furz-Kissen, lasse ich unkommentiert, aber das folgende Bild spricht Bände.

Die Gabel verfügt über zwei Paar Ausfallenden, mit jeweils angepasstem Nachlauf, sodass man mit 700c oder 20″ Fatbike Felgen fahren. Als ich die ersten Bilder selbiger in einem Privat-Chat mit Petor gesehen habe, war ich kurz sprachlos und das bin ich wirklich selten, aber das Ding ist ne Wucht, auch wenn manche wahrscheinlich denken:

Was ist denn das für ein Mist?

Ich sage das ist Kunst! Ein Gesamtkunstwerk!

Wer „ein wenig“ mehr über Petor und #pubesmobile erfahren will, dem sind die folgenden zwei Artikel bei bikerumor.com empfohlen:

https://bikerumor.com/2019/03/11/nahbs-interview-petor-georgallou-of-dear-susan-comes-out-to-play/

https://bikerumor.com/2019/03/12/nahbs-interview-with-dear-susans-petor-georgallou-part-deux-rise-of-the-pubesmobile/

Damit #pubesmobile einen sinnvollen Zweck erfüllt, wird es aktuell verlost.

Ein Los kostet 10$ und wenn die 10.000$ (Stand 06.04.2019 – 6.860$) voll sind, startet die Verlosung zu Gunsten von Planned Parenthood.

 

 

 

 

 

Der heutige Post ist übrigens der Auftakt zu einer kleinen NAHBS Rückschau, die vor gut zwei Wochen in Sacramento stattfand.