Wer es fahrradtechnisch richtig modern mag, dabei auf italienische Rahmenbaukunst und auf Stahlrahmen steht, dürfte bei Tred Bikes aus Brescia fündig werden. Wobei hinzugefügt werden muss, dass Stahlrahmen nicht im Zentrum der Marke stehen, sondern schmückendes Beiwerk von Titan-, Alu- und Carbonrahmen sind.

Aber was soll’s. Das Team um den Designer Romolo Stanco hat aus meiner Sicht ziemlich gute Arbeit geleistet und weiß offensichtlich, was moderner Stahl leisten kann. Das sieht schon ziemlich schick aus und dürfte sich entsprechend flott fahren. Hier die Tred Modelle mit Stahlrahmen im Überblick:

Tred Aracnide: Geschweißter Stahlrahmen. In Größe 54 mit SRAM RED ETAP angeblich nur 5,9 kg leicht. Zu haben mit Felgen- oder Scheibenbremsen.

Tred Callitrix: Fillet Brazed Stahlrahmen. Zu haben mit Scheibenbremsen.

Tred Crossbeast: Wie der Name schon sagt. Gemacht für den harten Renneinsatz im Matsch und eingesetzt im Tred Factory Racing Team.

Tred Camobeast: Die etwas zivilere Variante des Crossbeast. Zu haben mit Kettenschaltung und mit Gates Riemen für Singlespeeder oder mit Shimano Alfine Nabenschaltungen.

Wer Allroader liebt und es gerne richtig modern hat, dürfte beim neuen Niner RLT 9 Steel ziemlich richtig liegen.

Die Zutaten sprechen für sich: Stahlrahmen aus Reynolds 853, Vollcarbongabel, Tapered Steuerrohr, PF BB30 Innenlager, Steckachsen, Flat Mount Scheibenbremsen. Dazu alle Befestigungen für Schutzbleche und Gepäckträger vorne und hinten. Das Ganze in schickem grau-blau und 6 Größen.

Das Niner RLT 9 Steel gibt es als Rahmenset für 1.500 Dollar oder als Komplettrad mit SRAM Apex 1×11, SRAM Rival 2×11 oder Shimano Ultegra 2×11 Gruppe zwischen 2.500 und 4.400 Dollar – jeweils mit hydraulischen Scheibenbremsen.

Dieser hübsche Stahl-Randonneur von Einhorn mit Scheibenbremsen ist mit Sicherheit für einen ziemlich großen Fahrer gebaut, wenn ich mir das lange Steuerrohr ansehe.

Dieser dürfte darauf auch eine gute Figur machen: Schlanker Stahlrahmen ohne Tapered-Schnickschnack, dafür mit schnuckeligen Ausfallenden hinten. Der Rahmen dürfte ausreichend Platz für Schutzbleche bieten. Die Beleuchtungsanlage ist schon montiert und Anlöter für Gepäckträger vorne wie hinten machen den großen Fahrer bereit für die große Fahrt.

Wenn wir schon bei Stahlrahmen-Bikes von Lesern sind: Als Reaktion auf meinen Bericht über den Tommasini Sintesi Randonneur erhielt ich diese Fotos.

Wie man sieht, lässt sich auf Tommasini Stahlrahmenbasis auch ein schöner Vintage Commuter basteln. Hier wurden allerdings die Verchromungen anders gesetzt als z.B. beim „Standard“-Sintesi. Die Holz-Applikationen lassen mich etwas erschaudern, aber wie immer ist der Kundengeschmack König. Das Bike macht sich samt Fahrer sicher hervorragend auf jedem Tweed Run.

Gelegentlich schicken mir Leser des Stahlrahmen-Blogs Fotos von ihren Stahlrahmen-Bikes, in der Regel auf Maßrahmen-Basis. Dabei ist meist schon in der E-Mail zu spüren, wie stolz und glücklich sie über ihr individuelles Custom Bike sind.

Ich mag diese Zusendungen. Zum einen, weil es mich interessiert, was sich Stahlrahmen-Enthusiasten beim Rahmenbauer ihres Vertrauens bauen lassen. Und zum Anderen, weil ich so tolles Blog-Material für Zeiten bekomme, in denen ich keine Zeit für Recherchen habe. So wie jetzt zum Beispiel.

Das folgende Touren-Rennrad von Martin wurde von Stolz Fahrradbau in Zürich gefertigt – klassisch gemufft aus Reynolds 853. Wie immer ist alles an diesem Bike Geschmacksache und steht deshalb außerhalb jeder Kritik. Aber darum geht es auch nicht. Sondern einzig und allein um den Stolz und die Freude des Besitzers, dieses Unikat fahren zu dürfen. Punkt!

Wer mehr wissen möchte: Hier gibt es eine tolle Dokumentation des Entstehungsprozesses und aller Details als PDF.