Bei dieser Aktion anlässlich der XXI. Trienale di Milano kann man nur genüsslich mit der Zunge schnalzen. So haben Columbus und die Handwerks- und Künstlervereinigung Canfartigianato fünf Rahmenbauer aller Kontinente mit einem Stahlrahmen nach ihren persönlichen Vorstellungen beauftragt, die aktuell auf der Trienale gezeigt werden. Motto: New Craft: 5 Continents, 5 Frames.

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Die Teilnehmer sind:
- Caren Hartley (UK/Europa)
- Richard Sachs (USA)
- Cherubim (Japan/Asien)
- Mercer (Südafrika)
- Baum (Australien)

Mehr ist eigentlich nicht zu sagen. Hier müssen viele Bilder sprechen:

Caren Hartley

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Richard Sachs

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Cherubim

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Mercer

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Baum

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Die Individualisierung in der Produktion von Industrie- und Konsumgütern ist ein wachsender Trend, der bald eben kein Trend mehr sein wird, sondern schlicht und einfach Alltag. Das gilt auch für die Fahrradbranche.

Während man sich früher zumindest bei Rennrädern und MTBs ein Rahmenset kaufen und dieses nach Herzenslust und Geldbeutel austatten konnte, galt das für City- und Touringbikes meist nicht – es sei denn, man ging auch dafür zum Rahmenbauer des Vertrauens.

KreativRad aus Lüneburg setzt genau hier an (Danke für den Tipp Erik!). Das Team von Gründer Christoph Uwe Florin bietet aktuell zwei Stahlrahmen-Modelle in Damen- und Herrenversion als Stadtrad und Trekkingrad, die man sich per Online-Konfigurator nach Lust und Laune aufbauen kann – inklusive Auswahl aus 49 Farben. Auch eine individuelle Beschriftung des Rahmens ist gegen Aufpreis möglich.

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Allerdings sind manche Komponenten nicht direkt im Konfigurator, sondern nur über eine zusätzliche “Wunsch-Option” anpassbar. Gut gefällt mir, dass man das Wunschrad speichern und merken bzw. als Datenblatt und Foto herunterladen kann.

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Ein KreativRad ist in 6 Herrengrößen und 4 Damengrößen zu haben und beginnt bei 799 Euro fürs Citybike und bei 1.029 Euro fürs Tourenrad. Nach der Bestellung wird das Rad nach 20 bis 30 Werktagen versandt.

Ich habe mir einmal ein Tourenrad in RAL 6018 u.a. mit Alfine 11 Antrieb, Tubus Gepäckträger, B+M Lichtanlage, Curana Schutzblechen und Beschriftung “Addicted to Steel” auf dem Unterrohr für 1.687 Euro zusammengestellt. Das sieht dann so aus:

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Wie genau Rivendell auf die Namen der Bike-Modelle kommt, weiß ich auch nicht. Eine gewisses Maß an Phantasie ist ihnen aber nicht abzusprechen. So auch beim Stadt- und Land-Tourer A. Homer Hilsen, das ich hier vor allem deshalb vorstellen möchte, weil es auch in XXL-Rahmengrößen erhältlich und damit ziemlich rar gesät ist.

So sieht es in Standardgröße aus:

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Und so in XXL:
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Wie bei allen Rivendell Stahlrahmen-Bikes setzt man auch beim A. Homer Hilsen auf die gute alte Muffe als verbindendes Element für Rahmen und Gabel. Der Stahlrahmen ist übrigens in sage und schreibe 15 Größen erhältlich – von 47 bis sagenhaften 71 cm. Ab 65 cm gibt es den Rahmen mit dem doppelten Oberrohr, um das Rahmendreieck zu stabilisieren. Die Rahmen bis 58 cm sind für 650B Laufräder, alle anderen für 700c Laufräder ausgelegt.

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Auffällig ist auch, dass das A. Homer Hilsen für langschenklige Rennbremsen konstruiert wurde, die z.B. bei Tektro noch zu finden sind. Ansonsten gibt es satte Reifenfreiheit bis 43 mm und alles, was man für Gepäckträger und Schutzbleche braucht.

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Das Rivendell A. Homer Hilsen wird übrigens in den USA gefertigt (es gibt auch Rivendell Stahlrahmen aus Taiwan) und kostet 2.300 Dollar (= 2.070 Euro) für das Rahmen-/Gabelset bzw. 2.400 Dollar (= 2.160 Euro) für die XXL-Rahmen.

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Über Svevo Bikes habe ich das letzte Mal sage und schreibe vor 5 Jahren geschrieben. Vielleicht, weil ich Thomas Dorsch immer als Konzeptentwickler und nicht als Rahmenbauer bzw. Hersteller im Hinterkopf hatte. Aber im Grunde ist es doch vollkommen egal, ob jemand seine Ideen mehr für sich oder mehr für andere auslebt. Hauptsache er oder sie hat Ideen. Und da ist mir bei Svevo nicht bange. Außerdem ist es nie zu spät, über Schönes zu berichten.

Der Hang zu Mini-Bikes ist offensichtlich, wie der Svevo Urban Marathon Commuter mit Pinion-Antrieb im Stahlrahmen oder die elektrifizierte Version zeigen.

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Besonders aufmerksamkeitsintensv wird es aber beim aktuellen Sondermodell Svevo Magic World, das in Zusammenarbeit mit der Grafik-Designerin Ning Zhang entstand, die das Bike detailreich cartoonisierte.

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Als bekennder Fan von Allroad-Bikes mit Stahlrahmen stelle ich hier gerne dieses Modell von Wind Cycleworks vor, das Rahmenbauer Bart Veuger für sich selbst gebaut hat.

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Das Bike bietet einen Fillet Brazed Stahlrahmen aus Columbus Life Rohrsatz mit Unicrown-Stahlgabel und Custom Vorbau sowie Anlötern für Schutzbleche und Gepäckträger hinten. Steuerrohr und Tretlagergehäuse kommen ohne Übergröße aus. Angetrieben wird das Ganze mit Shimano Ultegra Komponenten mit SRAM Rival Kurbel, gebremst wird mit mechanischen TRP Spyre Scheibenbremsen. Die Laufräder bestehen aus Hobe Naben und H Plus SON Archetype Felgen.

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Wer sich (wie ich) darüber wundert, dass die hintere Scheibenbremsaufnahme nicht im Rahmendreieck liegt, wie heute üblich, findet auch eine Erklärung: Schuld sind die extra großen Füße von Bart, denen er etwas mehr Bewegungsfreiheit gönnen möchte. Außerdem verzichtet Bart auf eine Kettenstreben- und Sitzstrebenbrücke, was seiner Meinung nach keinen Stabilitätsverlust bedeutet. Das Schutzblech hinten wird dafür mit einem Anlöter am Sitzrohr befestigt.

Interessant. Und die blaue Lackierung gefällt mir wirklich gut.

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