Falls Ihr auf den unverzichtbaren Vorbericht zur Berliner Fahrradschau gewartet habt: ich habe ihn tatsächlich verschlafen. Vielleicht weil ich dieses Jahr keine Zeit habe, um nach Berlin zu fahren. Oder zu viel Arbeit. Oder irgendeine andere Ausrede.

IHR solltet das aber auf jeden Fall tun. Denn neben einem mannigfaltigen Rahmenprogramm der Berlin Bicycle Week wie z.B. der „Langen Nacht der Bike Shops“, die eigentlich 3 lange Nächte vom 28. Februar bis 2. März sind, gibt es auch 2017 wieder jede Menge Stahlrahmenbauer und -hersteller zu bewundern. Wie ich erfahren habe, präsentieren sich die Berliner Rahmenbauer in diesem Jahr sogar auf einer gemeinsamen Fläche.

Wie auch immer: Zu den bekannten und (noch) nicht ganz so bekannten Stahlrahmen-Marken und -Restauratoren zählen z.B. Achielle, Baum Cycles, Biciclettaio Matto, Big Forest Frameworks, Bombtrack, Bricklane Bikes, Brikbikes, Capri Bikes, Cinelli, Creme Cycles, Douze Cycles, Fern, Focale 44, Glanzrad, Kimura Cycle Works, Krömer Handmade Steel Frames, Meerglas, Mika Amaro, Monteverde Handmade Bicycles, My Wild Love, Norwid, Paripa, Pelago, Ritchey, Rotor Bikes, Salsa, Santucci Cycles, Seren Bicycles, Soma, Standert, Surly, The Light Blue, Tokyobike, Tommasini, True Bikes, Van Hulstejn, Veloheld, Viks, Zullo Bikes.

Ihr seht: Es gibt jede Menge zu sehen. Also nichts wie hin. Die Berliner Fahrradschau öffnet wie immer in der Station Berlin am Freitag, den 3. März ihre Tore und ist bis Sonntag, 5. März geöffnet.

Viel Vergnügen!!!

Klassisch mit schlanken, im Fillet Brazed Verfahren zusammengefügten Rohren aus Reynolds 631 kommt dieser reisefähige Crosser von Nicolas Noblet aka Noble Cycles daher. Die geschweißte Segmentgabel stammt von seinem US-Rahmenbauer-Kollegen Christopher Igleheart.

Viel mehr gibt es eigentlich nicht zu sagen. Doch: Die Lackierung gefällt mir ausnehmend gut. Das Bike natürlich auch, selbst wenn ich kein Freund von Segmentgabeln bin.

Wer es fahrradtechnisch richtig modern mag, dabei auf italienische Rahmenbaukunst und auf Stahlrahmen steht, dürfte bei Tred Bikes aus Brescia fündig werden. Wobei hinzugefügt werden muss, dass Stahlrahmen nicht im Zentrum der Marke stehen, sondern schmückendes Beiwerk von Titan-, Alu- und Carbonrahmen sind.

Aber was soll’s. Das Team um den Designer Romolo Stanco hat aus meiner Sicht ziemlich gute Arbeit geleistet und weiß offensichtlich, was moderner Stahl leisten kann. Das sieht schon ziemlich schick aus und dürfte sich entsprechend flott fahren. Hier die Tred Modelle mit Stahlrahmen im Überblick:

Tred Aracnide: Geschweißter Stahlrahmen. In Größe 54 mit SRAM RED ETAP angeblich nur 5,9 kg leicht. Zu haben mit Felgen- oder Scheibenbremsen.

Tred Callitrix: Fillet Brazed Stahlrahmen. Zu haben mit Scheibenbremsen.

Tred Crossbeast: Wie der Name schon sagt. Gemacht für den harten Renneinsatz im Matsch und eingesetzt im Tred Factory Racing Team.

Tred Camobeast: Die etwas zivilere Variante des Crossbeast. Zu haben mit Kettenschaltung und mit Gates Riemen für Singlespeeder oder mit Shimano Alfine Nabenschaltungen.

Wer Allroader liebt und es gerne richtig modern hat, dürfte beim neuen Niner RLT 9 Steel ziemlich richtig liegen.

Die Zutaten sprechen für sich: Stahlrahmen aus Reynolds 853, Vollcarbongabel, Tapered Steuerrohr, PF BB30 Innenlager, Steckachsen, Flat Mount Scheibenbremsen. Dazu alle Befestigungen für Schutzbleche und Gepäckträger vorne und hinten. Das Ganze in schickem grau-blau und 6 Größen.

Das Niner RLT 9 Steel gibt es als Rahmenset für 1.500 Dollar oder als Komplettrad mit SRAM Apex 1×11, SRAM Rival 2×11 oder Shimano Ultegra 2×11 Gruppe zwischen 2.500 und 4.400 Dollar – jeweils mit hydraulischen Scheibenbremsen.

Dieser hübsche Stahl-Randonneur von Einhorn mit Scheibenbremsen ist mit Sicherheit für einen ziemlich großen Fahrer gebaut, wenn ich mir das lange Steuerrohr ansehe.

Dieser dürfte darauf auch eine gute Figur machen: Schlanker Stahlrahmen ohne Tapered-Schnickschnack, dafür mit schnuckeligen Ausfallenden hinten. Der Rahmen dürfte ausreichend Platz für Schutzbleche bieten. Die Beleuchtungsanlage ist schon montiert und Anlöter für Gepäckträger vorne wie hinten machen den großen Fahrer bereit für die große Fahrt.