Wenn man ein Fahrrad sucht, mit dem man Einkäufe für das eigene Restaurant erledigen und gleichzeitig durch den finnischen Winter cruisen kann, kommt man möglicherweise auf ein E-Cargo Fatbike wie das folgende von Wind Cycleworks.

Hier ist quasi alles custom: der Stahlrahmen mit Segmentgabel und Doppellenker-Konstruktion sowieso, die besonderen Ausfallenden hinten mit Fußstützen, falls auf dem hinteren Doppeldecker-Gepäckträger jemand mitfahren möchte.

Das E-Cargo Fatbike wird von einem 500 Watt Bafang-Vorderradmotor und einer NuVinci Getriebenabe angetrieben. Die Verkabelung auf den Fotos ist noch vorläufig und wird sicher noch optimiert.

Und die Pulverlackierung in RAL 2001 ist einfach klasse!

Mini-Bike ist eigentlich der falsche Ausdruck. Denn es geht nicht einfach um ein kleines Rad, sondern um ein Maßrad für einen kleinwüchsigen Menschen. Dass hier die Körperproportionen mit Standard-Geometrien auch von Kinderrädern nicht harmonieren, dürfte klar sein. Also kommt im Grunde nur ein Maßrahmen in Frage.

Salamandre Cycles machten sich an die Arbeit. Das Ergebnis seht Ihr hier mit einem schönen Stahlrahmen mit Stahlgabel, 20 Zoll Laufrädern, Shimano Alfine 11 Antrieb und hydraulischen Scheibenbremsen. Wenn ich die Google-Übersetzung richtig verstehe, ist der Sattel drehbar auf der Sattelstütze gelagert, um einen runden Tritt auf der kurzen 110mm Kurbel zu ermöglichen.

Vielleicht sind das die Aufträge, die einen Rahmenbauer wirklich glücklich machen: Menschen, die sonst kaum Spaß am Radfahren haben können, diese Freude zurückzugeben. Schöne Geschichte und ein schönes Bike!

Leider hat der Server, auf dem das Stahlrahmen-Blog liegt, letzte Nacht die Grätsche gemacht und den letzten Beitrag über Fairlight Cycles geschluckt. Deshalb hier das Ganze nochmal, zumindest so ähnlich wie gestern:

Die Fairlight Macher Dom Thomas, bekannt auch als Rahmenbauer Wold Cycles bzw. als  Designer und Brand Manager bei Genesis Bikes sowie Jon Reid, der einst einen Job in der Finanzbranche aufgabe, um seinen eigenen Fahrradladen aufzumachen, haben einen Plan, der wieder Mal gut zu den letzten Beiträgen passt: Allroader mit Stahlrahmen. Das Ergebnis sind aktuell zwei Modelle für den eher sportlichen und den eher touristischen bzw. geländeaffineren Typ.

Die Stahlrahmen werden übrigens „in Europa“gebaut. Wo auch immer das sein mag. Interessant auch, dass es für jedes Bike 5 Rahmengrößen in jeweils 2 Geometrien gibt – mehr oder weniger sportlich. Da sollte für jeden etwas dabei sein. Beide Bikes bieten Flat Mount Scheibenbremsen und ein BSA Innenlager.

Das Fairlight Strael ist der Sportler. Gefertigt aus Reynolds 853 Rohrsatz mit querovalem Oberrohr. Dazu gibt es eine hauseigene Carbongabel. Die Reifenfreiheit beträgt 28mm mit und 32mm ohne Schutzbleche. Ein Gepäckträger lässt sich hinten montieren. Das Fairlight Strael ist als Rahmenset für 899 Pfund (= 1.050 Euro) sowie als Komplettrad mit Shimano 105 Gruppe für 1.849 Pfund (= 2.150 Euro), mit Ultegra für 2.399 Pfund (= 2.795 Euro), mit Ultegra Di2 für 2.799 Pfund (= 3.260 Euro) und mit Dura Ace für 2.999 Pfund (= 3.490 Euro) zu haben.

Das Fairlight Faran ist der Tourer bzw. Soft-Offroader. Gefertigt aus Reynolds 631 plus einem Hinterbau aus 4130 CrMo. Dazu git es eine Unicrown-Stahlgabel, die auch einen Gepäckträger tragen kann. Die Reifenfreiheit beträgt 35mm mit und 42mm ohne Schutzbleche. Das Fairlight Faran ist als Rahmenset für 599 Pfund (= 700 Euro) sowie als Komplettrad mit Shimano Tiagra Gruppe für 1.399 Pfund (= 1.630 Euro), mit 105 Hydro für 1.599 Pfund (= 1.860 Euro) und mit Ultegra Hydro für 1.899 Pfund (= 2.210 Euro) zu haben.

Das Wiesmann Koxinga ist ja bereits seit 2000 eine Ikone im Bereich der vollgefederten MTBs. Aber auch Ikonen tut gelegentlich eine Modernisierung gut. Das Ergebnis ist das neue K-Modell von Wiesmann (in der Navi auf „WAS“ klicken), das wie immer in Titan oder Stahl gebaut wird.

Das ist das Titanmodell:

Das ist das Stahlmodell:

Laut eigener Aussage wurden die Kinematik und die Steifigkeit des Hinterbaus verbessert. Zudem sind nun bei allen Rahmengrößen (nach Maß) exakte 100 mm Federweg garantiert. Und die Trinkflaschen haben nun mehr Platz im Rahmendreieck.

Das Bike-Magazin hat das neue Wiesmann K-Modell Fully in der Titanvariante übrigens ziemlich euphorisch getestet und bewertet.

Das neue Wiesmann K-Modell in Stahl gibt es als Komplettbikes in 2 Ausstattungsvarianten mit Shimano XT 2×11 Gruppe und DT Swiss Federgabel für 7.300 Euro und mit Shimano XTR 2×11 Gruppe für 8.700 Euro. Die Titanversionen kosten 9.600 bzw. 11.400 Euro.

Blog-Leser Julius hat mich netterweise auf das Fehlen des Planet X Kaffenback in meiner Liste der Allroader aufmerksam gemacht (hier geht’s nochmal zu Teil 1, Teil 2 und Teil 3). Danke! Aber wie gesagt: die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Aber gut: das Kaffenback ist ja schon ein Klassiker, den es seit vielen Jahren gibt, lange bevor das Wort Allroader erfunden war. Und es ist das günstigste Bike in meiner Liste.

Es kommt mit einem unspektakulären, aber sicher robusten Stahlrahmen mit Stahlgabel aus CrMo 4130 und kann mit Rennlenker oder Flatbar gefahren werden. Und es ist als Rahmenset für schlappe 260 Euro bzw. als Komplettbike mit SRAM Rival 22 Gruppe und mechanischen Avid BB5 Scheibenbremsen für ebenso schlappe 1.170 Euro zu haben.