Über den sehr kleinen Trend zu 36er Bikes habe ich an der einen oder anderen Stelle schon geschrieben (einfach rechts unter den Bannern die Suchmaske nutzen und nach “36er” suchen).

Auch David Folch aka DirtySixer aus Santa Cruz in Kalifornien hat sich ausschließlich diesem Bike-Exoten verschrieben. Allerdings verstehen sie ein 36er nicht als 29er für besonders schräge Charaktere, sondern ganz klar als Bike für große Menschen bis ca. 2,20m Körpergröße. Vielleicht auch ein Grund, warum u.a. Basketball-Legende Shaquille O’Neal ein DirtySixer fährt.

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Das Bike selbst basiert auf einem in den USA gefertigten Stahlrahmen mit Stahl-Segmentgabel und versteht sich als Allrounder für Alltag, Trail, Gravel und Tour. Das DirtySixer ist in 4 Größen, mit Kurbellängen von 180 – 220mm und in aktuell 3 Ausstattungsvarianten als Singlespeeder sowie mit 1×11 Shimano Antrieb oder Rohloff Speedhub erhältlich. In Zukunft soll es auch Modelle mit Federgabel, Riemenantrieb und Elektrounterstützung geben.

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Die Preise für Komplett-DirtySixer reichen von 4.499 Dollar (= 3.930 Euro) für den Singlespeeder über 5.599 Dollar mit Shimano-Gruppe (= 4.890 Euro) bis 6.899 Dollar (= 6.025 Euro) mit Rohloff Speedhub.

Den enormen Größenunterschied zwischen einem 29er und 36er erkennt man auf dem folgenden Foto im Vergleich mit einem Surly Karate Monkey und dem kurzen Video ziemlich gut:

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Über die etwas enttäuschende Wiederauflage des Fat Chance Yo Eddy habe ich schon vor knapp einem Jahr berichtet. Nun hat Chris Chance den schon 1991 vorgestellten Rennradrahmen Slim Chance auf neue Felgen gestellt.

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Der Stahlrahmen des Slim Chance aus True Temper OX Platinum Rohrsatz wird beim renommierten Rahmenbauer Stinner Frameworks gefertigt. Als moderne Interpretation bietet er ein 44mm Steuerrohr (bei klassischem Tretlager) und kommt als Rahmenset mit Chris King IS7 Headset und in Rahmenfarbe lackierter ENVE 2.0 Carbongabel. Das Ganze in 5 Größen und 4 Farben für 2.295 Dollar (= 2.030 Euro).

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Das Slim Chance wird es in Zukunft optional auch mit einer Stahl-Segmentgabel geben. Darüber hinaus gibt es den Vorbau (Carbon oder Alu) gegen Aufpreis auch in Rahmenfarbe. Es sind auch Kompletträder mit Gruppen von Shimano, SRAM oder Campagnolo erhältlich. Die Reifenfreiheit beträgt übrigens 28mm.

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Wie beim Yo Eddy finde ich den Rahmen etwas unspektakulär. Die Tradition allein würde mir hier nicht ausreichen … schon gar nicht bei dem Preis und Standardgeometrie. Aber was soll’s … Eine Nachricht ist es wert.

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Offen gesagt hatte ich bis kurzem keine Ahnung von der Existenz von Wayward Bicycle aus Australien. Aber wie so oft kommt man irgendwann auf den Trichter oder wird von findigen Lesern darauf gebracht.

Wayward Bicycle gibt es noch gar nicht so lange, während sich die beiden Gründer Wayne und Richard bereits seit den 80er Jahren im Bike-Business tummeln. Nach vielen Jahren als Bike-Importeure entschlossen sie sich vor wenigen jahren, eine eigene Fahrradmarke speziell für Reiseräder aufzumachen.

Das Ergebnis sind aktuell 3 Modelle, die natürlich alle auf Stahlrahmen aufbauen:

Das Wayward Nullarbor ist ein robuster Tourer mit Rennlenker aus Reynolds 520 Rohrsatz mit V-Brakes oder Cantis, der neben Fernreisen auch für den Alltag taugt. Zum Einsatz kommen bewährte, robuste Komponenten ohne Trend-Schnickschnack. Das Ganze gibt es in grüner Rahmenfarbe und 5 Größen komplett für ziemlich günstige 1.399 Australische Dollar (= 960 Euro) oder 499 AU$ (= 340 Euro) fürs Rahmenset.

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Das Wayward Cape York entspricht dem Nullarbor, bietet aber Scheibenbremsen. Kostenpunkt 639 AU$ (= 440 Euro) fürs Rahmenset, das Komplettbike ist erst wieder aber Juli 2016 verfügbar, dürfte aber umgerechnet um die 1.100 Euro kosten. Bullarbor und Cape York bieten übrigens auch noch Ersatzspeichenhalter am Hinterbau.

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Das Wayward Oodnadatta ist unübersehbar ein Fatbike für harte Outback-Expeditionen. Der Stahlrahmen kann mit Starrgabel oder Federgabel bis 100mm Federweg gefahren werden. Das Oodnadatta gibt es als Komplettbike (“Expedition Build”) mit Jones H-Bar,  SRAM GX 2 x 11 Gruppe, DT Swiss Naben und mechanischen Avid BB7 Scheibenbremsen für 3.499 AU$ (= 2.400 Euro). Der günstigere Trail Build mit einfacheren Naben, Flatbar und SRAM GX 1 x 11 ist für 2.999 AU$ (= 2.050 Euro) zu haben. Beides ziemlich günstige Angebote. Aber der Weg nach Europa ist leider teuer.

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Es ist im Grunde wie bei allen Fahrrädern: besonders kleine oder große Rahmengrößen sind bei den meisten Herstellern schwer zu bekommen. Das kann es erschweren, wenn man gerade auch Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit bieten möchte, auf Singlespeedern durch den Welt zu radeln.

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YoungRiders sind 4 Freunde (nein nicht 5!!) aus Hamburg & Zürich, die genau das wollen und umgesetzt haben. Sie bieten günstige Komplett-Singlespeeder mit Stahlrahmen aus 4130 CrMo schon ab Rahmengröße 43 für Kinder ab ca. 1,40m Körpergröße.

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Die Bikes in verschiedenen Farben von Stahlrahmen und Laufrädern verfügen über Promax-Bremsen und eine FlipFlop-Nabe für die ersten Fixie-Schritte. Um die StVO zu erfüllen, müssen noch eine Klingel und Stecklichter angebaut werden. Kostenpunkt ab 299 Euro.

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Einhorn hat mal wieder sehr präsentable Stahl MTBs auf kleine und große Felgen gestellt, die ich Euch nicht vorenthalten möchte:

Das einhorn 152 ist ein klassisch anmutendes Stahl-Hardtail mit schönen und modernen Details: 44mm Steuerrohr, intern verlegte Züge, CNC-Ausfallenden und die neue Steuerrohrplakette.

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Der Stahlrahmen besteht aus Columbus Zona Rohrsatz und wiegt roh 1.950g. Gepulvert wurde er in deep black mit Dekoren im stealth look (sie liegen komplett unter dem tiefschwarzen Pulver).

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Aufgebaut wurde das Bike mit der Manitou R7 pro 100mm Federgabel, Shimano SLX Gruppe, Thomson Elite Vorbau und Stütze sowie XT/DT-Swiss 466d Laufradsatz. Das macht insgesamt 11,45kg für 2.990 Euro (der Maßrahmen liegt bei 1.490 Euro).

Das einhorn 175 ist laut Hersteller “der Beweis, dass ein abgefahrenes Race-Hardtail nicht aus Carbon sein muss”: Der Rahmen mit Columbus Spirit Rohrsatz und 142×12 CNC-Ausfallenden wiegt roh 1.990g.

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Beschichtet wurde der Rahmen in flat black ultimate, einem extrem widerstandsfähigen Pulverlack, der wie harteloxiert aussieht. Aufgebaut wurde das Bike für die harten Anforderungen bei Ultra-Rennen (Adventure Racing): angepasste Geometrie mit 69° Lenkwinkel und 74° Sitzwinkel, 110mm Federweg mit Formula 33 Gabel, Formula R1 Racing Bremsen mit 180/160er Floating Scheiben, Bike Ahead Composites Lenker und Sattelstütze sowie Custom XTR/SRAM 2-fach Antrieb (vorne 38/26, hinten 10-42).

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Optisch herausstechend sind die extrem steifen Bike Ahead Composites Biturbo RS Laufräder. Das Bike dient als Dienstgefährt bei Einhorn und kostet bei schlanken 9,79kg Gesamtgewicht satte 8.990 Euro (Maßrahmen für 1.690 Euro). Übrigens kann das Bike nach Anmeldung auch bei Einhorn in Samerberg getestet werden.

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Noch was Allgemeines: Einhorn macht mit der neuen Stahl-MTB-Linie so ziemlich alles möglich: 26″, 27,5″, 29″ sowie alle Plus-Formate bis 3,0″ Reifenbreite, Federwege von 80 bis 140mm, Maßgeometrien von entspanntem Tourer bis zur Rennfeile. Die Rahmen werden in Italien gefertigt, sind am Hauptrahmen geschweisst und am Hinterbau gelötet.

Auch im Rennradbereich arbeitet Einhorn an Neuigkeiten. In Kürze stellen sie das erste Edelstahl-Rennrad mit Columbus XCr-Rohrsatz vor. Insgesamt steht aber nach wie vor die Individualität im Vordergrund. Jeder Kunde erhält ein Unikat und es werden maximal 50 Räder pro Jahr gefertigt.