Auch Basso kann jetzt Randonneur mit Scheibenbremse: Das Basso Ulisse kommt ziemlich klassisch daher mit einem gemufften Stahlrahmen aus (man höre und staune) Mannesmann-Rohren, wie ich sie noch vor 30 Jahren mit meinem Ciöcc-Renner gefahren bin (Mannesmann Oria). Angeblich stammen die aus einem Lageraufkauf aus dieser historischen Zeit. Robust waren die Rohre allemal. Und die Stückzahlen des Ulisse werden sich sicher in Grenzen halten.

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Dazu gibt es eine ebenso gemuffte Stahlgabel und ein verlängertes Steuerrohr für eine bequemere Sitzposition. Ansonsten findet man alle Befestigungen für Gepäckträger und Schutzbleche, die man zum sportlichen Reisen braucht.

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Die 6-Schicht-Lackierung plus elektrochemischer Vorbehandlung dürfte einiges wegstecken. Ein Gabelanschlag verhindert das Umkippen des Rads bei Frontbeladung.

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Das Rahmen-/Gabelset des Basso Ulisse kostet ziemlich stattliche 2.150 Euro und ist in 6 Größen zu haben. Allerdings soll hier Meister Alcide Basso angeblich selbst Hand anlegen.

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Toresvelo aka Anton Gorbunov ist ein frischer Rahmenbauer aus Astrachan in Russland. Er baut alles, was man aus Stahl bauen kann: vom Trackbike über MTBs und Fatbike bis zu Crossern und Commutern. Bei der Verarbeitung haben es ihm das TIG-Schweißen und das Fillet Brazing angetan.

Ein ziemlich beeindruckendes Beispiel für Antons Detailverliebtheit ist der folgende MTB-Singlespeeder mit Gates Riemenantrieb sowie S&S Couplers. Hier lasse ich am besten einfach Bilder sprechen.

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Wie ich schon einmal berichtet habe, hat Yuji Kimura aus Berlin ein ganz besonderes Rahmenbaukonzept: Er gestaltet (in der Regel) klassisch Stahlrahmenbikes für unterschiedliche Einsatzgebiete nach Kundenwunsch und lässt die Rahmen dann bei seinem japanischen Rahmenbau-Partner Raizin Works nach Maß fertigen.

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So auch dieser Disc-Renner namens Kranich, der speziell für lange Strecken konzipiert wurde. Während der Rahmen vergleichsweise steif ausgelegt wurde, um optimale Kraftübertragung zu gewährleisten, geht die Geometrie eher in Richtung Komfort. Im Gegensatz zu einer bequemen Sitzposition sind gerade bei langen Fahrten das Beschleunigungsvermögen oder ein extrem agiles Handling weniger wichtig.

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Der im Fillet Brazed Verfahren gefertigte Stahlrahmen besteht aus Kaisei 8630R Nickel-Chro-Moly Rohrsatz mit Wandstärken von 0,7/0,5/0,7mm. Oberrohr und Sitzrohr haben 28,6mm, das Unterrohr 31,8mm und die Kettenstreben 24,0. Die Gabelscheide wurde aus 1mm starkem Kaisei Evolution gefertigt, um den hohen Belastungen durch die Scheibenbremse standzuhalten. Übrigens arbeitet nur vorne eine Scheibe, während hinten eine tiefergelegte Rennbremse verzögert. Die Züge sind innenverlegt.

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Am Steuerrohr sind schöne Bilaminate-Muffen von Raizin verbaut. Der verchromte Stahl-Vorbau wie auch der Randonneur-Gepäckträger vorne stammen auch von Raizin. Der Steuersatz ist 1″ ahead. Die Lichtanlage ermöglicht sicheres Fahren auch in der Dunkelheit. Der Aerolenker von 3T dient als angenehme Handauflage.

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Für alle, die noch eine japanische Rahmenbaualternative suchen:Yuji Kimura unterhält auch enge Verbindungen zur Rahmenbaulegende LEVEL.

Normalerweise beschäftige ich mich weniger mit Bike-Zubehör, aber heute mache ich mal eine Ausnahme. Und das aus 2 Gründen: zum Einen finde ich das Projekt ziemlich spannend. Und zum Anderen ist Beat Baumgartner aka bedovelo Kopf des Projektteams, seines Zeichens Stahlrahmenbauer.

Es geht um die Moskito Swiss Analog Smart Watch, eine Kombination aus Smart Watch und analogem Fahrradcomputer. Die akkugespeiste Uhr sieht aus wie ein Chronograph und lässt sich wie ein Chronograph als Armbanduhr tragen.

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Sie erinnert mich ein wenig an den Design-Uhrenklassiker von Braun. Darüber hinaus kann man das Uhrengehäuse vom Armband entfernen, über spezielle Halterungen am Vorbau oder Lenker befestigen und wie ein Fahrradcomputer nutzen.

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Angezeigt werden die Uhrzeit, Datum, Geschwindigkeit, Durchschnittsgeschwindigkeit und Distanz (ein Höhenmesser wäre noch grandios). Über den “Competition”-Modus kann man sich z.B. über Bestzeiten in bestimmten Streckenabschnitten informieren. Die Daten lassen sich über Strava oder Garmin Connect speichern und visualisieren.

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Womit wir beim digitalen Thema sind: Zur Nutzung der Moskito Smart Watch Funktionen sind eine Bluetooth-Verbindung zum Smartphone und die kostenlose Moskito-App erforderlich. Dann wird man über eingehende Anrufe, E-Mails oder andere Nachrichten informiert.

Das ganze Moskito-Projekt ist aktuell bei Kickstarter auf Investorensuche. Ich habe keine Zweifel, dass bis 31.12. die benötigten 150.000 CHF zusammenkommen werden.

Die Moskito Smart Watch gibt es aktuell in 2 Designvarianten mit jeweils 3 verschiedenen Armbändern. Die Preise sollen je nach Modell und Ausstattung zwischen 765 und 1.120 CHF liegen, inkl. Bike-Halterung(en) und USB-Ladegerät.

Alles begann, als Dario und Paul, die beiden Köpfe hinter My Wild Love, 30 NOS-Stahlrahmen des 80er Jahre Profiteams San Marco in Treviso fanden, kauften und in ihrem Stil aufarbeiteten. My Wild Love war geboren. Ein schönes Interview hierzu gibt es übrigens hier.

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Die gemufften Stahlrahmen sind alle aus Columbus SL oder Columbus SLX Rohrsatz und wurden nach einem Check durch einen Rahmenbauer neu lackiert bzw. teilverchromt. Ein paar der Modelle, die nun My Wild Love San Marco heißen, sind übrigens noch für zwischen 1.199 und 1.499 Euro zu haben.

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Auch Komplettbike mit Campa Veloce Gruppe, Gipiemme Laufrädern sowie Deda- und Miche-Teilen sind ab 2.720 Euro käuflich zu erwerben.

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Nachdem sie nun schon Mal angefixt waren, baut My Wild Love übrigens nun auch eigene  Stahlrahmen in vergleichbarer Konstruktion. Kostenpunkt 1.599 Euro. Hier könnt Ihr Euch den Katalog 2016 herunterladen. Darüber hinaus haben sie auch schon ein paar Custom Bikes realisiert. Das nennt man dann wohl organisches Wachstum.

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