25 Jahre Wiesmann!

Die innofizielle Jubiläumsfeier ist zwar schon ein paar Tage her, aber das untenstehende Video von meinem guten Freund Bernd Vonau, über einen sehr geschätzten Kollegen, sollte hier unbedingt noch Erwähnung finden.

Zum einen weil es sehr sehens- und hörenswert ist und zum anderen, weil es bei mir gute Erinerungen weckt. Noch immer bin ich dankbar, vor genau fünf Jahren für mehrere Wochen bei Florian Wiesmann in der Werkstatt mitgearbeitet zu haben. Diese Zeit hat meine handwerklichen Fertigkeiten enorm nach vorne gebracht und mich bestärkt das Thema Rahmenbau weiter zu verfolgen.

Keine Frage: Florian Wiesmann ist ein Urgestein, der europäischen MTB-Szene, der vor allem am Anfang, aber auch noch heute experimentiert und auf der Suche nach Perfektion ist.

Jetzt aber Film ab, weiter so und auf weitere 25 Jahre!

25 Jahre Wiesmann Bikes from Bernd Vonau on Vimeo.

 

 

Peter Verdone?

Eingefleischte Stahl-MTB und Geometrie-Interessierte stolpern früher oder später über Peter Verdone und seinen Blog.

Wer ihn nicht „kennt“, dem sei Folgendes kurz erläutert:

Peter ist ein mittelalter, leicht verrückter und teilweise sehr von sich selbst überzeugter Kerl aus Kalifornien, genauer aus Fairfax, der seinen Lebensunterhalt in den Werkstätten San Francisco State University verdient. Dort entwickelt und baut er Geräte für die Forschung im Bereich Physik und Astronomie, wenn er nicht in seiner Freizeit diversen Hobbies frönt.

Weil er aber mit dem status quo im Grunde nie zufrieden ist, verbessert er die Hobby-Geräte immer wieder oder baut sie einfach komplett neu, entsprechend seinen Wünschen und Anforderungen. Dadurch, dass er quasi in/an der Geburtsstätte des Mountainbikes lebt, ist selbiges Gefährt wohl nur nicht Freizeitaktivität, sondern offensichtlich auch Teil seiner Lebenseinstellung.

Seit einigen Jahren experimentiert er ziemlich progressiv und manchmal ohne Rücksicht auf Konventionen mit Fahrradgeometrien sowie Detaillösungen, weil das Bessere nun mal der Feind des Guten ist. Besonders ist, dass er im Grunde alle seine Verbesserungen selbst konstruiert und umsetzt, somit auch Rahmen herstellt, wofür ihm andere manchmal zuarbeiten, in dem sie die gewünschten CNC-Frästeile für ihn herstellen.

Meine Aufmerksamkeit hat er schon einige Jahre, besonders nachdem er mich Anfang 2017 bei der NAHBS in Salt Lake City, neben vielen anderen Größen, interviewed hatte (ein wenig runter scrollen) und selbiges ein entspanntes Gespräch über „made in Germany“ und deutsche Ingenieure war.

Jetzt aber zum Warbird!

Nachdem er sein letztes spannendes Projekt veröffentlicht hat, dachte ich, dass das Gerät „Warbird“, sprich Kriegsvogel, hier Erwähnung finden sollte.

Alle Fakten und Maße packt er seit einiger Zeit in Form eines aufgeklebten Typenschildes auf seine Räder, was ich persönlich ziemlich cool finde und keine Fragen bezüglich der Geometrie oder Details offen lässt.

Der zugehörige Post zum Warbird hat die Überschrift:

I don’t make bicycles. I make weapons systems.

Ich baue keine Fahrräder, ich baue Waffensysteme.

Ein Spruch, wie er wohl nur von einem Amerikaner kommen kann, aber eines muss man ihm lassen: Er verbindet jedes seiner Projekte mit historischen oder imaginären Fluggeräten, die er gerne mit Film-Zitaten garniert, aber am Ende nur Vorgeplänkel für tiefen Tech-Talk sind.

Letzeres wollen wir uns in der Tiefe sparen, aber eines will ich an dieser Stelle dann doch aufgreifen oder erklären.

Warum dieses extrem lange Oberrohr und dafür diese ultra kurze Lenker-Vorbau-Kombination?

Eine extrem kurze Antwort, wäre Forward Geometry.

Eine etwas längere: Forward Geometry ist im Grunde ein deutlich längeres Oberrohr als üblich, aber im Gegenzug ein (sehr) kurzer Vorbau. Dies in Kombination mit einem vergleichsweise steilen Sitzwinkel und flachen Lenkwinkel.

Das lange vordere Rahmendreieck bewirkt mehr oder weniger zentraler im Fahrrad, als auf selbigem, zu sitzen. Der flache Lenkwinkel erzeugt mehr Nachlauf und bringt somit Laufruhe bei schnellen Abfahrten. Im Gegenzug ermöglicht ein steiler Sitzwinkel von 75° und mehr für zusätzlichen Druck auf die Front, die einen auch mit großhubiger vergleichsweise entspannt bergauf pedalieren lässt.

Das soll es mit der kleinen Lerneinheit schon gewesen sein. Erwähnenswert finde ich auf jeden Fall noch die wahrscheinlich erstmalige Integration von Flatmount in die Sitzstrebe, um selbige mit einem Postmount-Adapter zu bestücken.

Jetzt lassen wir einfach noch einen ordentlichen Schwung Bilder sprechen, sowie ein Hinweis auf den vollständigen Artikel zum Warbird:

http://www.peterverdone.com/i-dont-make-bicycles-i-make-weapons-systems/

 

 

 

 

Das heutige Video ist kein „Klassisches“ im direkten Kontext zu unserem eigentlichen Thema, aber über ein Produkt, das eine extrem hohe Fertigungstiefe in Deutschland hat, innovativ ist und auch an einem Stahlrahmen eine gute Figur macht.

Wir sprechen über die HERO,  das neueste und zugleich leichteste Federgabel-Modell aus dem Hause Intend.

Dabei soll die erste Serie der 29er-Forke über Crowdfunding auf der eigenen Seite vorfinanziert werden.

Warum nicht bei Kickstarter und Co?

Cornelius Kapfinger will die gängigen nicht unerheblichen Gebühren sparen, gibt aber diese Ersparnis an seine Vorbesteller weiter.

Es gibt zwar keinen direkten Preisnachlass, aber einen sehr leckeren Vorbau nach Wahl im Wert von ca. 140€ kostenlos, bei Gabelbestellung währendes Funding-Zeitraumes, dazu.

Sicher sind knapp 1800€ für eine Federgabel eine Investition, die man nicht alle Tage macht, aber das mehrfach sehr positiv getestete Fahrverhalten, die Optik und die Firmen-Ethik hinter der One-Man-Show sind einzigartig.

Alle weiteren Fakten zur HERO findet ihr im folgenden Video und unter dem folgenden Link: Intend HERO


Fakten zur Federgabel:

  • Einsatzbereich: Trail/Allmountain/Marathon
  • Laufradgröße: 29″
  • Offset: 48 mm Offset
  • Achsbreite: 110 x 15 mm Boost-Achse
  • Reifenbreite: bis 2,6″
  • Bremsaufnahme: Postmount 180 mm
  • Federweg: 110 bis 150 mm (intern verstellbar)
  • Gewicht: 1742 g/1770 g inkl. Bremsaufnahme
  • Farben: schwarz, blau, raw
  • Lieferbarkeit: geplant Dezember 2018
  • Preis 1799 €

Das Funding läuft noch bis zum 11.11.2018, wobei man natürlich auch noch später in die Vorserie einsteigen kann. Dann jedoch ohne kostenlosen Vorbau dazu.

Ansonsten würde ich an dieser Stelle gerne noch erwähnen, das ich mit Cornelius gut befreundet, ein großer Fan seiner Produkte und Ideen bin, sowie selbst eine Federgabel von ihm besitze.

 

 

 

 

 

 

Nur ein kurzer Beitrag, der mich aber sehr erfreut!

Das Vermächtnis von Dario Pegoretti bleibt erhalten und die Geschäfte von seinen drei langjährigen Mitarbeitern weitergeführt.

Seit gestern ist die neue alte Seite, leicht angepasst, wieder online und Bestellungen werden angenommen.

Dem ein oder anderen mag das vielleicht auch ein wenig zu schnell gehen, aber schließlich müssen die Mitarbeiter, bzw. neuen Eigentümer, den Geldfluss aufrecht erhalten, sodass die kurze Zeit nachvollziehbar ist.

Aktuell vermisse ich persönlich einen Hinweis auf der Homepage, über das Ableben des Gründers und Meisters, aber vielleicht kommt dieser zeitnah oder es schmerzt einfach noch zu sehr, als das man es an die große Glocke hängen will.

Am Ende, respektive am Neuanfang, ist das vielleicht auch egal, weil seine Ideen und sein Spirit nun weiterleben. Schlussendlich war die Marke Pegoretti sicherlich nicht nur Dario, sondern eben auch sein langjähriges Team, das seinen Weg nun fortführt.

Man darf gespannt sein, wer in Zukunft den Pinsel bei Ciavete schwingt, aber es ist einfach schön, dass die Ideen von Dario weiterleben und seine Mitarbeiter weiterhin ihren Lebensunterhalt mit Fahrrädern aus italienischem Stahl bestreiten können.

Falls es meine Lieblings-Lackierung Guantanomo tatsächlich wieder geben sollte, werde ich die Preislage checken und bei akzeptabler Lage zu gegebener Finanzlage bestellen, weil diese Lackierung nun sogar zwei Bedeutungen hat…

Lang lebe Dario’s Vermächtnis!

Silja geht radfahren

Ganz bewusst kommt der heutige Beitrag so spät, weil er vergleichsweise lang ist und man so ggf. ein wenig Zeit findet, diese knapp 45-minütige Doku anzusehen.

Der Titel sagt im Grunde schon (fast) Alles. Silja geht radfahren.

Gerne benutze ich an dieser Stelle die Worte von Mario, der uns dieses Video empfohlen hat:

„Es erzählt die wechselvolle Geschichte einer Radfahrt der jungen Dänin Silja, die auf ihrer Europa-Reise Menschen, Landschaften und sich selbst kennenlernt. Ein sehr ehrlicher Film.“

Mir war/ist diese Doku fast zu schon zu ehrlich, was ich ihm auch mitteilte und worauf  er sehr gut entgegnete:

„Wir Radfahrer gehören doch zu den Genießern, den Aufmerksamen und den Entdeckern – all das und mehr findet sich in den 45 Minuten. Zum Radreisen gehören auch die Momente, in denen wir uns selbst begegnen – und in denen jeder reift.“

Er musste mich schon vorher nicht wirklich überzeugen das folgende Video zu posten, aber damit hat er den Nagel wohl auf den Kopf getroffen!

Vielen Dank an dieser Stelle für den Tipp an Mario und (mal wieder) der Hinweis, dass ich wirklich sehr offen für Einsendungen von euch bin.

So und jetzt Film ab!