Nach zwei Berichten über eher klassische Rennräder (hier und hier) wird es nun wieder etwas moderner:

Tom Donhou hat für einen Kunden einen sportlichen Audax-Renner mit modernen Elementen wie Scheibenbremsen, Ultegra Di2 Antrieb, 44mm Steuerrohr und ENVE GRD Carbongabel mit integriertem Schutzblech gebaut.

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Der Stahlrahmen besteht aus Reynolds 853 Rohrsatz mit einem Hinterbau aus Columbus XCr Edelstahl. Die edle graue Lackierung bietet feine blaue Kontraststellen, die sich auch auf den Flaschenhaltern und der Gabel wiederfinden.

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Wie ich finde ein tolles, stimmiges, modernes Langstreckenbike, das übrigens demnächst bei einem 1.200km Ritt durch die schottischen Highlands genutzt wird. Und der Bi-Laminate “Seatcluster” ist einfach klasse!

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Jan Kole ist als holländisches Gesicht des Rahmenbauers Colossi kein Unbekannter. Nun hat er sich mit seinem Landsmann und Künstler und Designer Piet Parra zusammengetan und einen hübschen Rennrad-Stahlrahmen mit besonderer Lackierung auf die Beine gestellt.

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Der gemuffte Stahlrahmen sowie die Stahlgabel bestehen aus Columbus SL Rohrsatz und wird als Limited Edition in einer Auflage von max. 10 Stück gefertigt. Die Lieferzeit beträgt rund 10 Wochen. Kostenpunkt: 1.200 Euro.

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Genauso spannend, wie es ist, junge Rahmenbauer dabei zu beobachten, wie sie ihren persönlichen Stil entwickeln, genauso interessant ist es, die “alten” Meister bei der Arbeit zu sehen.

Neil Orrell aus Manchester ist ein ebensolcher Rahmenbau-Meister – seit über 30 Jahren. Im Laufe der Jahre hat er so ziemlich alles gebaut, was Laufräder hat: Straßen-, Bahn- und Touringbikes, Tandems, Dreiräder und Liegeräder und sogar Rennrollstühle. Darüber hinaus ist er auch ein Meister im Laufradbau.

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Die Website bietet leider nur wenige Arbeitsbeispiele, aber es verwundert natürlich nicht, dass Neil der gemufften Bauweise sowie klassischen Geometrien den Vorzug gibt.

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Ich mag Fokussierung. Deshalb gefällt es mir beispielsweise, dass sich der neue US-Rahmenbauer Darrel Williams aka Thrive Cycles konsequent der Fillet Brazed Verarbeitung seiner Stahlrahmen-Bikes verschrieben hat.

Und die können sich wirklich sehen lassen. Besonders gut gefällt mir hier auch der schnörkellose Look mit simplen, einfarbigen Lackierungen, ohne dass die Bikes dadurch langweilig wirken.

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Vielleicht ist es einigen von Euch aufgefallen, dass ich derzeit mein schönes Retro-MTB mit Sachs Quarz Gruppe zum Kauf anbiete. Da scheint es klar, dass ich dafür einen Ersatz brauche, auch wenn ich wirklich nicht zum Sammeln neige. Und auch wenn mein Vogel Randonneur weiterhin das erste Bike der Wahl bleiben wird.

Dennoch habe ich mich schon Anfang des Jahres auf die Suche nach einem Stahlrahmen-Komplettbike gemacht, das folgende Kriterien erfüllen sollte:

  • Geeignet für MTB-Reifen und leichte Offroad-Einlagen ohne Trail-Ambitionen
  • Entspannte, tourentaugliche Geometrie
  • Schutzblech- und Gepäckträgeroption
  • Solide Komplettausstattung als Basis für individuelle Ausbaustufen in der Zukunft
  • Preis unter 1.500 Euro

Mit diesem Kriterienkatalog wurde es dann schon richtig dünn. Letztendlich blieb das Kona Big Rove ST (ST steht für STeel) übrig, die MTB-Variante des Allroaders Kona Rove.

Und hier ist es, natürlich schon mit einigen individuellen Anpassungen. Die wesentliche Grundausstattung habe ich beibehalten: SRAM X5/X7 Mix, WTB Laufräder, Kona Vorbau und Sattelstütze.

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Den Kona Flatbar habe ich gegen einen Jones H-Bar mit roten Lenkerbandstücken getauscht, weil mir bei Flatbars immer die Hände einschlafen und ich vom gewohnten Rennlenker her verschiedene Griffpositionen schätze. Den Kona Sattel habe ich natürlich gegen einen wunderschönen roten Selle Anatomica Ledersattel getauscht, weil mir nichts anderes mehr unter meinen Hintern kommt. Die Flaschenhalter sind passend dazu auch rot.

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Statt der serienmäßigen Schwalbe Big Apple nutze ich derzeit Maxxis Crossmark  29 x 2.1 Reifen. Die Big Apples spare ich mir für gemütliche Touren auf. Anstelle fest montierter Schutzbleche habe ich mich doch für flexiblere Modelle von SKS entschieden. Und ich denke auch über Rahmentaschen für Touren nach.

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Und wie fährt sich das Ganze? Wirklich bequem, langstreckentauglich und auch mal sportlich. Eben wie gewünscht ein universell nutzbares Bike. Übrigens schlafen mit mit dem Jones H-Bar die Hände tatsächlich nicht ein. Der Rest funktioniert tadellos. Eventuelle Upgrades des SRAM-Antriebs und der Scheibenbremsen möchte ich für die Zukunft allerdings nicht ausschließen. Aber das hat noch Zeit.

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